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Valneva weiterhin unter Druck, Steinhoff knickt ein, Nel ASA verliert den Boden unter den Füßen und TeamViewer bleibt am Boden

Die Lage an den Märkten bleibt angespannt

NTG24 - Valneva weiterhin unter Druck, Steinhoff knickt ein, Nel ASA verliert den Boden unter den Füßen und TeamViewer bleibt am Boden

 

Nach den katastrophalen Entwicklungen am Montag gab es gestern wieder etwas Entspannung an den Märkten zu sehen. Allerdings fielen die Zugewinne weitgehend nicht hoch genug aus, um die vorherigen Abverkäufe schon wieder auszugleichen und von wirklicher Kauflaune kann noch nicht die Rede sein. Einige Titel werden weiterhin ganz besonders von schlechter Stimmung geprägt.

Da wäre etwa Valneva (FR0004056851), wo es am Dienstag zwar um 1,9 Prozent in die Höhe ging, das allerdings nur mit deutlichen Anlaufschwierigkeiten. Kurz nach Handelsbeginn rutschte die Aktie zeitweise noch bis auf 14 Euro hinab, um sich dann später bei einem Schlusskurs von 14,42 Euro einzupendeln.

Selbstredend ist es erfreulich, dass es für das französische Biotech-Unternehmen überhaupt mal wieder bergauf geht. Allerdings fällt das kaum ins Gewicht und es bleibt bei einem Minus von 38 Prozent allein in diesem Monat. Der Abwärtstrend bleibt damit aktiv und mit Blick auf die schwindende Angst der Börsianer vor Corona fehlt weiterhin die Aussicht auf ein echtes Comeback.

 

Das hatten viele sich anders vorgestellt

 

Steinhoff (NL0011375019) musste derweil gestern sogar recht hohe Verluste wegstecken. Um 7,68 Prozent werteten die Anteilsscheine des Möbelkonzerns ab. Der Schlusskurs hat sich mit 0,262 Euro wieder recht weit von der Marke bei 0,30 Euro entfernt. Zwingend zu rechnen war mit einer solchen Entwicklung nicht.

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Werbebanner ClaudemusEigentlich gab es sogar gute Nachrichten zu hören. In Südafrika konnte Steinhoff sich seinen geplanten Vergleich nun auch von den Gerichten absegnen lassen. Im Februar wird nun endlich Realität, worauf viele schon lange hingefiebert haben dürften. Steinhoff entledigt sich jeglicher weiterer Ansprüche seiner Gläubiger und kann sich fortan voll und ganz auf das eigene Wachstum konzentrieren. Allerdings bleibt die Schuldenlast enorm. Das dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, dass viele Anleger die guten Neuigkeiten letztlich nur als Chance nutzten, um Gewinne mitzunehmen. Dass Steinhoff in absehbarer Zeit an alte Tage anschließen können wird, daran scheint noch niemand so recht zu glauben.

 

Nel ASA stürzt in die Tiefe

 

Ebenfalls nicht von der allgemeinen Erholung an den Märkten profitieren konnte Nel ASA (NO0010081235), wo es mit dem Kurs um 7,7 Prozent in Richtung Süden ging. Die Bären haben hier nachgeholt, wogegen die Käufer sich tags zuvor noch gewehrt hatten: dem Unterschreiten der charttechnischen Unterstützung bei 1,20 Euro.

Dadurch wurden prompt weitere Verkaufssignale ausgelöst und im Tief sackte Nel am Dienstag bis auf 1,06 Euro herab, was nun auch dem neuen 52-Wochen-Tief entspricht. Zwar ging es dann noch einmal bis auf 1,13 Euro zurück. Der Abwärtstrend scheint trotzdem eine ganz neue Qualität zu bekommen und vieles spricht dafür, dass die Verkäufer sich schon bald daran versuchen werden, wieder Pennystock-Regionen zu erreichen. Widerstand dagegen regt sich immer weniger.

 

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

 

Bei der ebenfalls schwer angeschlagenen Aktie von TeamViewer (DE000A2YN900) gab es derweil keine weiteren Verluste zu sehen, aber auch keine gegensätzlichen Signale. Nach einigen heftigen Schwankungen blickten die Aktionäre hier auf ein Plus von sehr überschaubaren 0,08 Prozent. Mit der vornehmen Zurückhaltung der Käufer in einem insgesamt eher freundlichen Marktumfeld scheint das generelle Abwärtstrend sich einmal mehr zu bestätigen.

Kaum zu glauben, dass TeamViewer Ende vergangener Woche noch an der 15-Euro-Marke kratzte und viele sich schon Hoffnungen auf ein echtes Comeback gemacht haben dürften. Jetzt bleibt es für den Moment bei gerade einmal 12,50 Euro und der unangenehmen Gewissheit, dass der Kurskeller in greifbarer Nähe geblieben ist. Trösten können die Aktionäre sich da einzig noch damit, dass viele Analysten in dem Titel enormes Comeback-Potenzial für das laufende Jahr sehen. Wer diesem Narrativ zustimmen mag, könnte sich jetzt noch für einen Einstieg erwärmen, das Risiko bleibt aber hoch.

 

Es wird nicht einfacher

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistLeichter werden die Börsianer es so schnell mit Kursgewinnen nicht haben werden. Es bleibt dabei, dass viele Signale für eine deutliche Abkühlung der Märkte sprechen und Erholungen vom Dienstag am Ende kaum mehr als eine Momentaufnahme sein könnten. Das betrifft den Tech-Sektor im Besonderen, aber längst nicht allein.

Ob das nun schon der große Crash ist, vor dem manch einer gefühlt durchgängig war, das lässt sich stets erst hinterher feststellen. Für den Moment gibt es noch keinen Grund, in nackte Panik zu verfallen und auch die hier genannten Aktien können sich durchaus wieder fangen. Es dürfte aber nicht verkehrt sein, für den Moment mit erhöhter Vorsicht an den Märkten zu agieren.

 

26.01.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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