
Tagesbericht Palladium vom 11.07.2025: Palladiumpreis und Minenstruktur im Wandel – ist die angekündigte Schließung von Lac-des-Iles-Mine 2026 wirklich alternativlos?
Förderkosten und Marktunsicherheit bedrohen die gesamte Branche
Der Palladiumpreis hat gestern deutlich zugelegt und nähert sich wieder dem Jahreshoch. Dennoch fällt die Wochenbilanz ernüchternd aus: Trotz des kräftigen Anstiegs liegt das Plus bei lediglich 0,12 %. Damit bleibt Palladium weiterhin ein Sorgenkind unter den Edelmetallen. Im Vergleich zum dynamisch steigenden Platinpreis wirkt der Markt für Palladium angeschlagen. Ein genauer Blick auf die Ursachen zeigt: Die strukturellen Veränderungen setzen der Nachfrage zunehmend zu.
Im Rohstoffjahr 2025 zeigt sich ein deutliches Auseinanderdriften: Während Platin kräftig zulegt und von seiner Vielseitigkeit in Industrie, Schmuck und Wasserstofftechnologie profitiert, verliert Palladium (TVC:PALLADIUM) weiter an Boden. Die Transformation der Automobilindustrie hin zur Elektromobilität trifft das Metall hart. Da Palladium vorwiegend in Abgaskatalysatoren von Benzinmotoren eingesetzt wird, sinkt die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten wie China deutlich. Ohne neue Anwendungsfelder bleibt das Wachstumspotenzial begrenzt.
Marktdruck steigt – kanadische Mine vor dem Aus
Ein konkretes Signal für die angespannte Lage ist die geplante Stilllegung der Lac-des-Iles-Mine in Kanada. Der Betreiber Impala Platinum kündigte an, die Produktion Mitte 2026 einzustellen – angeblich wegen fehlender Rentabilität. Die Gewerkschaft widerspricht und verweist auf abbaubares Material sowie zuletzt steigende Preise. Doch der strukturelle Gegenwind ist stärker: Die Förderkosten steigen, während die Marktperspektiven unsicher bleiben. Dies gefährdet selbst etablierte Förderstätten.
Technische Analyse spricht für vorsichtigen Optimismus
Aus technischer Sicht zeigt sich beim Palladiumpreis ein positiver Trend. Der Kurs liegt über dem 10-Tage-Durchschnitt (GD10) – kurzfristig ein bullisches Signal. Wichtigster Widerstand liegt bei 1162 US-Dollar. Erst bei einem klaren Bruch könnte sich der Aufwärtstrend bestätigen. Die Zone um 1078 US-Dollar dient als markante Unterstützung. Langfristig bleibt der 200-Tage-Durchschnitt (GD200) steigend – ein weiteres positives Indiz. Insgesamt ergibt sich somit ein freundliches Bild aus technischer Sicht, trotz der fundamentalen Schwächen.
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11.07.2025 - Andreas Opitz
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