Edelmetall Marktbericht vom 24.08.2025: Platin und Palladium entwickeln sich gegensätzlich - Robuste Platin-Performance trifft auf schwächelndes Palladium-Segment
Die Preisentwicklung bei Platin und Palladium zeigt derzeit unterschiedliche Tendenzen
Platin und Palladium haben sich in der vergangenen Woche positiv entwickelt, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Während Platin auf 1358 US-Dollar kletterte und ein Wochenplus von 1,3 Prozent erzielte, legte Palladium auf 1126 US-Dollar um 0,93 Prozent zu. Auf Monatssicht zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild: Platin liegt bei einem respektablen Zuwachs von 5,2 Prozent, während Palladium mit einem Minus von 5,8 Prozent weiterhin unter Druck steht. Der Edelmetallmarkt zeigt sich insgesamt robust – vor allem Platin profitiert aktuell von geldpolitischen Impulsen und einem stabilen Nachfrageumfeld.
Platin (TVC:PLATINUM) konnte sich in den vergangenen Wochen behaupten – nicht zuletzt aufgrund der Spekulationen rund um mögliche Zinssenkungen in den USA. Fed-Chef Jerome Powell hatte bei seiner viel beachteten Rede in Jackson Hole Andeutungen gemacht, die den US-Dollar unter Druck setzten und rohstoffnahe Märkte beflügelten. Platin, als zinsreagibler Rohstoff mit hoher industrieller Nutzung, profitierte unmittelbar. Auch wenn Gold in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals dominiert, zeigte sich Platin an den Märkten zuletzt erstaunlich stabil.
Ein zusätzlicher Stützpfeiler war der Rückzug spekulativer Short-Positionen, die zuvor auf fallende Preise gewettet hatten. In Kombination mit einer konstanten Nachfrage aus der Industrie, etwa aus der Automobilbranche oder bei Katalysatoren, ergibt sich ein stabiler Gesamteindruck. Zwar ist die Rallye, die bis Mitte Juli andauerte, inzwischen vorerst beendet, doch die strukturellen Faktoren sprechen aktuell für eine gewisse Bodenbildung.
Steigende Leihezinsen signalisieren Marktverwerfungen bei Platin
Ein deutliches Signal für Engpässe auf dem physischen Markt liefern derzeit die Leihezinsen für Platin, die zeitweise ein Rekordniveau von 37 Prozent erreicht haben – ein Niveau, das unter Marktteilnehmern für Aufsehen sorgte. Zwar liegt die einmonatige Leasingrate mittlerweile wieder bei rund 17 Prozent in London, dem zentralen physischen Umschlagplatz für Platin, doch auch dieser Wert liegt noch immer deutlich über dem Durchschnitt der letzten Monate.
Hintergrund dieser Bewegung sind vor allem Unsicherheiten hinsichtlich potenzieller US-Zölle auf Platinbarren sowie ein temporäres Missverhältnis zwischen physischer Nachfrage und Angebot. Marktteilnehmer, insbesondere Händler und Unternehmen, nutzen geliehenes Platin zur Preisabsicherung oder als kurzfristige Liquiditätsquelle. Der Preisdruck infolge des deutlichen Rückgangs seit Mitte Juli – rund elf Prozent – hat diesen Mechanismus verstärkt aktiviert. Dies spricht für eine gewisse Nervosität, aber auch für kurzfristig knappe Verfügbarkeiten.
Palladium bleibt unter Druck – Nachfrage aus der Industrie lässt nach
Anders stellt sich die Lage bei Palladium (TVC:PALLADIUM) dar. Zwar konnte das Metall zuletzt leicht zulegen, doch der übergeordnete Trend bleibt fragil. Die Preisentwicklung leidet unter einer strukturell rückläufigen Nachfrage – vor allem aus der Automobilindustrie, die Palladium traditionell für Benzinkatalysatoren verwendet. Der zunehmende Marktanteil von Elektrofahrzeugen sowie die allgemeine Abkühlung der Konjunktur in China wirken hier als doppelte Belastung. Die Risikoneigung der Investoren gegenüber Palladium bleibt daher gering.
Hinzu kommt die geopolitische Unsicherheit. Russland, einer der weltweit wichtigsten Förderstaaten für Palladium, ist infolge des Ukraine-Krieges politisch wie wirtschaftlich isoliert. Zwar gab es zuletzt Berichte über neue militärische Eskalationen (https://www.fr.de/politik/news-ticker-ukraine-krieg-russland-weist-plaene-zurueck-gefechte-nehmen-an-intensitaet-zu-live-zr-93895373.html), doch der Markt zeigt sich gegenüber Angebotsschocks erstaunlich resistent. Die Preisbildung scheint derzeit stärker von Nachfrageseite geprägt zu sein. Für eine nachhaltige Trendwende wären klare Signale aus der Industrie sowie verlässliche politische Entwicklungen notwendig – bislang fehlen beide.
Technische Analyse Platin: Aufwärtstrend mit Luft nach oben
Der Platinpreis zeigt sich technisch solide: Mit einem Monatsplus von 5,2 Prozent notiert der Kurs derzeit über dem steigenden 200-Tage-Durchschnitt – ein positives Signal für mittel- bis langfristig orientierte Marktteilnehmer. Die Zone um 1482 US-Dollar bleibt ein zentraler Widerstandsbereich, während 954 US-Dollar als wichtige Unterstützung fungiert. Sollte Platin diesen Widerstand durchbrechen, sind weitere Zugewinne möglich – vor allem bei anhaltend schwachem US-Dollar und stabiler Industrie-Nachfrage.
Technische Analyse Palladium: Zwischen Konsolidierung und potenziellem Rebound
Palladium weist ein negatives Monatsresultat von –5,8 Prozent auf, notiert jedoch ebenfalls über dem steigenden 200-Tage-Durchschnitt. Technisch pendelt der Kurs zwischen 918 US-Dollar als relevanter Unterstützung und 1331 US-Dollar als markantem Widerstand. Das Preisverhalten bleibt volatil – eine Seitwärtsbewegung dominiert. Erst bei neuen Impulsen aus Industrie oder Geopolitik könnte Palladium in einen Aufwärtstrend übergehen. Bis dahin bleibt das Metall anfällig für kurzfristige Richtungswechsel.
Ausblick:
Die Edelmetallmärkte zeigen derzeit ein geteiltes Bild. Während Platin von geldpolitischen Aussichten und stabiler Industrienachfrage profitiert, bleibt Palladium unter strukturellem Druck. Technisch steht Platin vor einem möglichen Ausbruch, während Palladium eine Richtungsentscheidung sucht. Entscheidend für die kommenden Wochen werden makroökonomische Daten sowie geopolitische Entwicklungen sein – sie könnten neue Dynamik in beide Märkte bringen.
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24.08.2025 - Andreas Opitz

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