
Die Störung bei PayPal in Deutschland hinterlässt weiterhin Spuren und mancher Händler streicht den Anbieter vorübergehend als Zahlungsmöglichkeit
PayPal spricht nur wenig über die Vorfälle
Zu Beginn dieser Woche häuften sich Meldungen über eine Störung beim Zahlungsanbieter PayPal in Deutschland. Etliche Nutzer bekamen E-Mails zugestellt, laut denen Zahlungen nicht verarbeitet werden konnten, weil Banken eine Lastschrift verweigerten oder das Konto nicht ausreichend gedeckt sei. Der US-Konzern bestätigte das Ganze und verwies auf einen Vorfall vom Wochenende. Zugleich hieß es jedoch, dass die technischen Probleme gelöst seien.
Danach sieht es allerdings bislang nicht wirklich aus. Zahlreiche Händler in Deutschland berichten weiterhin über Probleme mit PayPal (US70450Y1038). Zurückgewiesene Zahlungen wurden wohl zu großen Teilen noch immer nicht korrigiert, so sie zuvor als „verdächtig“ markiert wurden. Auslöser für die Panne war laut Medienberichten ein Ausfall von PayPals Sicherheitssystemen, welche verdächtige und betrügerische Überweisungen eigentlich automatisch erkennen sollen.
Für gewöhnlich arbeiten die Systeme sehr zuverlässig und werden dafür von Experten auch gelobt. Irgendwann am Wochenende scheint es aber einen Totalausfall gegeben zu haben. Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt wurden schlicht alle PayPal-Lastschriften ungeprüft durchgewunken. Der Zahlungsdienstleister bemüht sich seither, wieder Ordnung zu schaffen, scheint damit aber seine liebe Not zu haben.
PayPal spricht nicht viel darüber
Mancher Händler zieht angesichts dessen schon die Reißleine. Der Handelskonzern Otto beispielsweise bietet momentan überhaupt keine Zahlungen per PayPal mehr an und begründet dies gegenüber dem „Handelsblatt“ explizit mit den Störungen bei PayPal. Auch der E-Commerce-Verband BEVH ließ mitteilen, dass manche Onlinehändler noch unter den Auswirkungen leiden würden. Insider gehen davon aus, dass zwar ein Teil von unberechtigten Lastschriften automatisch zurückgebucht werden konnte. Dies treffe aber wohl nicht auf alle Zahlungen zu und die Banken stünden nun vor einer umfangreichen Aufgabe.
Die Landesbank Hessen-Thüringen, welche von der Angelegenheit wohl besonders betroffen war, geht davon aus, dass die Dinge bis zum Ende der Woche geklärt sein dürften. PayPal selbst hüllt sich derweil weitestgehend in Schweigen. Zwar wurde die Störung bestätigt, aber kurz darauf mehr oder weniger als abgehakt erklärt. Auf die weiteren Klagen von Händlern und Kunden ging das Unternehmen bislang nicht weiter ein. Auch gab es keine klare Begründung für die große Panne.
PayPal ist in Deutschland besonders beliebt. Zahlungen über die Plattform erreichen im hiesigen Online-Handel einen Umsatzanteil von knapp 30 Prozent. Daher wirkt sich eine Panne auch massiv auf Händler sowie Konsumenten aus und das Ganze könnte dem Ruf von PayPal durchaus schaden. An der Börse hinterlässt der Vorfall bisher keine merklichen Auswirkungen und die PayPal-Aktie konnte zuletzt sogar bis auf 70,06 US-Dollar steigern. Auf die leichte Schulter zu nehmen ist der Vorfall aber nicht.
Ein wichtiger Markt für PayPal
Aufgrund der hohen Beliebtheit ist Deutschland für PayPal einer der wichtigsten und umsatzstärksten Märkte und die Basis für Banken sowie Zahlungsdienstleister bleibt weiterhin Vertrauen. Mit seiner knappen Kommunikation tut PayPal nicht eben viel dafür, solches bei den Kunden zu schaffen. Unter Investoren ist derweil unklar, ob die Angelegenheit noch weitere Folgen nach sich ziehen könnte, etwas Forderungen seitens der Händler, die zeitweise auf signifikante Zahlungseingänge verzichten mussten.
Wahrscheinlich wird die Sache recht schnell geklärt sein und vielleicht sogar wieder in Vergessenheit geraten. Grund zur Panik gibt es bislang wahrlich nicht. Es lässt allerdings tief blicken, wie PayPal mit solchen Angelegenheiten umgeht. Statt möglichst schnell für Klarheit zu sorgen und die Betroffenen zu beruhigen, hüllt man sich in Schweigen und überlässt die Berichterstattung nahezu vollständig den Medien. Das mag in diesem konkreten Fall noch gutgehen. Bei noch größeren oder vielleicht sogar globalen Störungen könnte das aber ganz anders aussehen. Da ist wohl im Interesse aller nur zu hoffen, dass es in Zukunft möglichst keine großen Pannen mehr geben wird.
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29.08.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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