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PPF verkauft seine Anteile an ProSiebenSat.1 an MFE und macht damit den Weg für eine Übernahme endgültig frei

Das Übernahmepoker um ProSiebenSat.1 neigt sich dem Ende zu

NTG24 - PPF verkauft seine Anteile an ProSiebenSat.1 an MFE und macht damit den Weg für eine Übernahme endgültig frei

 

Schon seit Längerem visiert die italienische Media for Europe (MFE) eine Übernahme der deutschen Sendergruppe ProSiebenSat.1 an, doch auf den letzten Metern wurde es noch einmal richtig spannend. Der tschechische Investor PPF übertraf das ursprüngliche Übernahmeangebot und wollte damit ein Gegengewicht herstellen. Anvisiert wurde eine Beteiligung von 29,99 Prozent.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeLetzteres konnte allerdings nicht erreicht werden, nachdem MFE sein Angebot nachbesserte und daraufhin auch das Management von ProSiebenSat.1 (DE000PSM7770) dazu aufrief, Anteile an den italienischen Medienkonzern zu verkaufen. PPF konnten nur eine Position von 18,4 Prozent aufbauen. An die wird sich nun auch nicht länger geklammert. Wie das „Handelsblatt“ berichtet wird die direkte Beteiligung von 15,68 Prozent an MFE verkauft und restliche Finanzinstrumente sollen abgewickelt werden.

Bei MFE läuft derweil noch eine Nachfrist, da nicht direkt die 50-Prozent-Hürde überwunden werden konnte. Das Ergebnis davon wird für den 4. September erwartet. Allerdings ist nach der Ankündigung von PPF schon jetzt klar, dass das Berlusconi-Imperium die Schwelle von 50 Prozent überschreiten und damit die eigens gesetzten Ziele erreichen wird. Die Übernahme ist damit wohl schon jetzt in trockenen Tüchern. Spannend wird zu sehen sein, ob es auch für eine Dreiviertelmehrheit reicht.

 

 

 

ProSiebenSat.1 wird italienisch

 

Letztere würde MFE benötigen, um nicht nur Umsätze und Gewinne in die eigene Bilanz aufzunehmen, sondern auch einen Gewinnabführungsvertrag auf die Beine stellen zu können, der Zugang zu Finanzmitteln von ProSiebenSat.1 erlauben würde. Es würde wahrscheinlich nicht bei den Plänen schaden, einen paneuropäischen Mediengiganten auf die Beine zu stellen, der es mit US-Konzernen wie Netflix aufnehmen soll.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen sehr wahrscheinlich erst einmal Sparmaßnahmen an, denn die Zahlen von ProSiebenSat.1 fielen zuletzt nicht gerade berauschend aus. MFE erwartet, durch die Fusion Synergieeffekte zu erzielen, welche die Kosten um jährlich rund 400 Millionen Euro senken dürften. Insbesondere bei Werbung, Technik und Daten wird Potenzial erkannt. Analysten sind aber skeptisch, ob sich damit tatsächlich solche Summen erreichen lassen. Wo die Schere angesetzt werden mag und ob es im großen Stil zu Stellenabbauten kommt, bleibt noch abzuwarten. Einige Beobachter rechnen mit solchen Schritten aber schon kurz nach der Übernahme.

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Werbebanner DegussaNicht verstummt ist auch die Sorge davor, welche inhaltliche Richtung in Zukunft aus Italien vorgegeben werden mag. In der Vergangenheit fiel MFE nicht eben durch Ausgewogenheit auf. Die Medienanstalt war über Jahre hinweg das Sprachrohr des verstorbenen Silvio Berlusconi. Jener pflegte gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und MFE wurde schon das eine oder andere Mal vorgeworfen, russische Propaganda verbreiten. Die heute verantwortlichen Berlusconi-Kinder sind politisch noch nicht in Erscheinung getreten. Nachgesagt wird dem Unternehmen aber weiterhin eine Nähe zur rechtspopulistischen Forza Italia, die ihrerseits einst von Silvio Berlusconi gegründet wurde.

 

Letzte Gelegenheit?

 

Die letzten Hoffnungen auf eine Fortsetzung der Übernahmeschlacht und vielleicht noch einmal etwas höherer Gebote sind erstmal gefallen. Damit stehen die Anteilseigner nun vor der Frage, ob auch sie sich letztlich auf das Angebot von MFE einlassen sollten oder nicht. Für den Moment dürfte es dafür verhältnismäßig viel Geld geben, denn fundamental ist ProSiebenSat.1 von einem Aufwärtstrend weit entfernt.

Ob ein Festhalten an Anteilsscheinen sich langfristig noch mehr auszahlen könnte, wird nur die Zeit zeigen können. Gelingt es MFE tatsächlich, einen europäischen Champion auf die Beine zu stellen, könnte das auch aus Anlegersicht eine interessante Angelegenheit werden. Dafür werden allerdings enorme Investitionen notwendig sein, was die Aktienkurse in der Zwischenzeit eher belasten dürfte. Wer also nicht über viel Geduld verfügt und sich auch nicht auf vage Wetten einlassen möchte, der macht rein aus Anlegersicht mit einem Verkauf nichts falsch. Wie das Ganze aus moralischer Sicht zu behandeln ist, sei jedem selbst überlassen.

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28.08.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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