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Nel ASA schwächer, Gazprom strategisch, Barrick Gold fundamental, BYD taktisch

China als Auslöser einer scharfen Abwärtsbewegung?

NTG24 - Nel ASA schwächer, Gazprom strategisch, Barrick Gold fundamental, BYD taktisch

 

Die Lage an den Aktienmärkten ist einigermaßen gemischt, wozu die jüngsten Entwicklungen beim chinesischen Immobilien-Giganten Evergrande einiges beitragen. Bei den Einzelwerten rutscht die Aktie von Nel ASA weiter langsam in den charttechnischen Straßengraben, während die Titel von Gazprom im doppelten Sinne weiter auf dem ,,Weg nach Norden‘‘ sind. Die große Diskrepanz von Marktwert und Reservenwert ruft ein Blick auf die Aktie von Barrick Gold in Erinnerung. Und die Aktien von BYD verweisen direkt und indirekt auf den Widerstreit zwischen der Selbststeuerung des Marktes und dem Steuerungsanspruch der chinesischen Regierung.

Der dreifache Verfallstag verhext heute die kurzfristige Kursentwicklung, die längerfristige wird davon aber wohl kaum beeinflusst werden. Dies dürfte auch für die Aktienindizes am westlichen Ufer des Atlantiks gelten. Daraus ergibt sich aber ebenfalls die Frage nach der Entwicklungsrichtung derselben, was Mitte September eine besondere Relevanz besitzt.

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Werbebanner DenkworkIn China steigt der strukturelle Stress zuvor aufgebauter makroökonomischer und branchenspezifischer Ungleichgewichte, beschleunigt durch eine immer stärkere Intervention staatlicher Behörden. Die nun ins Rollen gekommen zu sein scheinende Pleite des nach dem Umsatz zweitgrößten chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande könnte dabei zu einem Zünder weiterer Turbulenzen werden.

Um den Liquiditätsmangel zu lindern, führte die chinesische Zentralbank dem Markt heute 90 Mrd. Yuan (ca. 14 Mrd. US-Dollar) zu.

Man darf also gespannt sein, wie sich diese potenziellen Schockwellen ausbreiten und wie das oberflächlich immer noch halbwegs stabile Sentiment darauf reagiert.

Bei den Einzelwerten rutscht heute die Aktie von Nel ASA (NO0010081235) weiter ab, nachdem sie gestern bereits eine wichtige Kreuzunterstützung bei 13,01 NOK gebrochen hatte. Aktuell steht die Aktie in Oslo 1,79 % tiefer bei 12,92 NOK. Spannend wird es nun zu beobachten, ob auch der Wochenschluss unterhalb der mittelfristigen Aufwärtstrend-Linie, welche bei aktuell 13,07 NOK verläuft. Damit würde nämlich ein neues mittelfristiges Verkaufssignal generiert, was die Aktie in der Folge bis in die Nähe der 11 NOK-Marke drücken könnte.

Wie der russische Gasriese Gazprom (US3682872078) gestern mitteilte, sollen die Investitionen im Fernen Osten Russlands auf der Jamal-Halbinsel am nördlichen Ende des Uralgebirges deutlich aufgestockt werden. Damit dürften die hohen Gewinne aus dem derzeitig deutlich gestiegenen Gaspreis direkt in die Erschließung neuer Lagerstätten und dem Ausbau der Förderinfrastruktur wie der Pipeline ,,Power of Siberia‘‘ gehen. Passend dazu hat sich der Gaskonzern mit Lukoil zur geringeren Kapitalbelastung auch gleich noch einen passenden Projektpartner geangelt.

Dass die Aktie weiterhin mit einem KGV von 4 gehandelt wird, hat natürlich weiterhin seine Gründe. Die Aussichten auf weiter steigende Gaspreise könnten die Investment-Perspektiven jedoch weiter verbessern und auch die Aktie weiter nach oben treiben.

Zu den Aktien, für die die Begeisterung des Marktes in diesem Jahr stetig gesunken ist, gehört zudem Barrick Gold (CA0679011084) Nach einem starken charttechnischen Kaufsignal im April 2020 ging es bis auf 31,22 Dollar nach oben. Inzwischen hat sich im Zuge der andauernden Korrektur der Edelmetalle auch der Aktienkurs bis auf aktuell 18,51 Dollar zurückgebildet.

Charttechnisch sind die Risiken in dieser Woche weite gestiegen, da das Zwischentief vom Februar 2021 bei 18,64 Dollar nun unterschritten wurde und nun ein schneller Rückgang bis zunächst 16 Dollar anstehen könnte. Dieser Blick sollte aber jenen auf die Reserven von Barrick nicht verstellen. Der Konzern hat aktuell rund 68 Mio. Unzen Gold als Reserve, was einem Marktwert von gut 120 Mrd. Dollar bei einem sehr konservativen Goldpreis von 1.200 Dollar entspricht. Hinzu kommen große Reserven an Kupfer, wodurch sich eine aktuelle Marktbewertung von weniger als 10 % des Reserven-Wertes ergibt, die bei einer Goldpreisbasis in der Nähe des aktuellen Marktpreises noch weiter sinkt. Selbst wenn man weitere zukünftige Kosten (ESG, höhere Energiepreise etc.) einkalkuliert, bleibt mittelfristig viel Spielraum für deutlich steigende Kurse.

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Werbebanner ISIN-WatchlistNachdem gestern die Aktie von BYD (CNE100000296) einen Schwächeanfall hatte und flink in Richtung ihrer mittelfristigen Aufwärtstrend-Linie rutschte, kam heute in Hong Kong die erste Gegenreaktion. Der Titel legte 3,37 % auf 257,40 HKD zu und konnte sich damit wieder von der charttechnischen Gefahrenzone absetzen, während der Hang Seng ,,nur‘‘ 1,03 % zulegen konnte.

Aus langfristiger Perspektive bleibt diese Bewegung kaum spürbar. Gleichwohl spielt sie für die Bewertung der letzten Aufwärtsbewegung seit Anfang August 2021 keine geringe Rolle. Und diese Bewegung könnte im Falle eines Fehlsignals eben das zweite Top eines Doppeltops sein, weshalb die Wahrscheinlichkeiten dafür ständig abzuwägen sind. Was aus Aktienkursen von Unternehmen werden kann, in deren Geschäfte die Aufsichtsbehörden Chinas eingreifen, haben die letzten Wochen zu Genüge verdeutlicht.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die aktuelle Marktlage ist nicht nur unsicher, sondern auch mehrdeutig. Dabei sind kurzfristige und langfristige Trend zu unterscheiden, welche gleichzeitig das Rechtsrisiko für Aktieninvestments vor Augen führen. Im Falle Gazprom durch seine niedrige Bewertung, im Falle von BYD durch die Entwicklung anderer Branchen wie Immobilien, Onlinespiele und Online-Bezahlsysteme.

 

17.09.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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