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Siemens Energy erholt sich weiter, auch Ørsted legt wieder zu, Nordex verkraftet den jüngsten Branchenschock erstaunlich gut und Vestas berichtet über neue Aufträge

Die Windkraft steht vor massiven Herausforderungen

NTG24 - Siemens Energy erholt sich weiter, auch Ørsted legt wieder zu, Nordex verkraftet den jüngsten Branchenschock erstaunlich gut und Vestas berichtet über neue Aufträge

 

In einer insgesamt recht freundlichen Börsenwoche, die vielerorts von kräftigen Erholungen geprägt war, hatten längst nicht alle Anleger etwas zu lachen. Speziell im Bereich der Windkraft drohte (mal wieder) eine tiefe Krise zu entstehen. Bei Offshore-Anlage haben Inflation und fehlende Bauteile die Kosten explodieren lassen. In der Folge stornierte der dänische Konzern Ørsted zwei Projekte in den USA und brockte sich damit massive Abschreibungen ein.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeZusätzlich dazu wurden die Börsianer durch die Vorgänge bei Siemens Energy (DE000ENER6Y0) verunsichert, wo man derzeit auf der Suche nach frischem Kapital bzw. Garantien durch die Bundesregierung ist. Vor dem Wochenende hat die Lage sich hier aber etwas beruhigt. Sowohl Aufsichtsratsvorsitzender Joe Kaeser als auch Bundeswirtschaftsminister gaben zu verstehen, dass zusätzliche Mittel nicht mögliche Löcher bei der Liquidität stopfen sollen.

Das konnte die Anleger etwas beruhigen und die Siemens Energy-Aktie konnte konnte sich seit ihrem Rekordtief aus der vorherigen Woche bei 6,40 Euro wieder bis auf 9,55 Euro zum Wochenende verbessern. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent. Es bleibt auf Monatssicht aber noch bei Abschlägen von knapp 18 Prozent, sodass sich ein Ende des Abwärtstrends noch nicht beschwören lässt.

 

Ørsted: Schreck lass nach

 

Recht ähnlich gestaltet sich die Lage bei Ørsted (DK0060094928), wo die Kurse am Freitag immerhin wieder um 4,74 Prozent bis auf 38,23 Euro zulegen konnten. Ausschlaggebend dafür dürften nicht zuletzt viele Analystenkommentare gewesen sein. Grob zusammengefasst werde die Milliardenabschreibungen von den Experten natürlich nicht gerne gesehen. Zumindest einige Beobachter gehen aber davon aus, dass heftige Verluste schon zuvor ein Stück weit eingepreist waren.

Nach einem Kurseinbruch um etwa ein Viertel wird da mit einer schnellen Erholung gerechnet, und ein Stück weit hat eine solche sich in den letzten Tagen auch schon eingestellt. Der Chart offenbart aber auch hier auf Monatssicht Verluste im zweistelligen Prozentbereich. Mit einem Abschlag von 15,36 Prozent in den letzten vier Wochen bleibt die Ørsted-Aktie klar angeschlagen und blind verlassen kann sich niemand darauf, dass der Tiefpunkt nun endgültig überwunden wäre.

 

Nordex fängt sich wieder

 

Der brutale Gegenwind bei Siemens Energy und Ørsted machte sich in der gesamten Branche bemerkbar und riss zeitweise auch die Anteile von Nordex (DE000A0D6554) in die Tiefe. Jene konnten erst Ende Oktober die wichtige 10-Euro-Marke mühevoll zurückerobern und fanden sich nun zeitweise wieder in einstelligen Gefilden wieder. Die Bullen konnten den kleinen Schock aber gut verkraften und die Kurse am Freitag um 3,4 Prozent bis auf 10,51 Euro anziehen lassen.

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Damit blickt Nordex sowohl auf Wochen- als auch auf Monatssicht auf eine positive Entwicklung. Zwar dürfte der Windanlagenbauer nicht vollständig vor den bekannten Problemen der Branche gefeit sein. Dass für den Moment nicht selbst Hiobsbotschaften erzeugt werden, ist aber erstmal eine Hilfe für die Käufer. Jene sichern sich Chancen, die 11-Euro-Marke ins Visier zu nehmen und den Knoten endlich platzen zu lassen.

 

Vestas: Alles paletti bei Onshore-Anlagen?

 

Während es bei Offschore-Windanlagen massiven Probleme zu geben scheint, vermeldete Vestas (DK0061539921) in Deutschland einen neuen Auftrag für Onshore-Anlagen mit einem Volumen von 43 Megawatt. Das lässt die Anleger darauf hoffen, dass zumindest an Land noch alles einigermaßen reibungslos verläuft. Die Meldung über den frischen Auftragseingang half der Vestas-Aktie dabei, den Schock der Kollege weitgehend schmerzfrei zu überstehen.

Mit den Kursen ging es auf 5-Tages-Sicht um respektable 7,6 Prozent in die Höhe, sodass zum Wochenende 21,94 Euro auf dem Ticker standen. Unter den hier genannten Titeln hinterlässt die Vestas-Aktie damit noch eine vergleichsweise gute Figur. Steigende Kosten sind aber auch hier ein Thema und Analysten warnen vor zu großen Erwartungen. Allgemein ist in der Branche also Vorsicht angesagt.

 

Nur nichts überstürzen

 

Dass Windkraft in den kommenden Jahren ein massives Wachstum erleben wird, steht außer Frage. Jeder Kurssturz in diesem Sektor wirkt daher auf spekulative Naturen mit dem nötigen Weitblick erst einmal recht einladend. Mit einer sicheren Bank haben wir es aber leider weder bei Ørsted, noch bei anderen Aktien zu tun. Es bleibt die Frage, wie die Unternehmen mit den neuen Herausforderungen umzugehen wissen und ob sie in Zukunft Margen erzielen, welche an den Märkten überzeugen können. Solange darüber zu viele Fragezeichen hängen, gibt es für Anleger keinen Grund, ins fallende Messer zu greifen und trotz einer gewissen Erholung befinden sich viele Titel aus dem Sektor noch in einem klaren Abwärtstrend.

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04.11.2023 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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