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Der Betriebsrat ist unglücklich mit den Sparplänen von Volkswagen und findet dafür immer deutlichere Worte

Die Sparpläne von Volkswagen treffen auf Widerstand

NTG24 - Der Betriebsrat ist unglücklich mit den Sparplänen von Volkswagen und findet dafür immer deutlichere Worte

 

Stundenlang tauschten sich am Donnerstag die Aufsichtsräte von Volkswagen zum weiteren Kurs des Unternehmens aus. Da das Ganze hinter verschlossenen Türen stattfand, gibt es für Anleger bisher noch keine neuen Erkenntnisse. Wohlbekannt ist aber, dass wohl Unterhaltungen über die weiteren Sparpläne stattgefunden haben. Im Anschluss an die Sitzung erhitzten sich dabei offenbar die Gemüter.

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Besonders schlecht gelaunt war Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Unter Verweis auf die Betriebsratszeitung wird Cavallo mit den Worten „Es reicht! Das Fass ist zum Überlaufen gekommen“ zitiert. Der Umgang des Vorstands von Volkswagen (DE0007664039) mit der Belegschaft sei nicht mehr zu überbieten und Konzernchef Oliver Blume müsse nun den Schaden zumindest noch begrenzen.

 

 

 

Genau dafür hat Cavallo dem VW-Chef nun auch gleich ein Ultimatum gesetzt. Am heutigen Freitag solle sich Blume zu den Gerüchten um Sparpläne äußern. Gemeint dürfte damit das Vorhaben sein, bis zu 100.000 Stellen zu streichen und gleich vier Standorte in Deutschland zu schließen. Darüber berichtete das „Manager Magazin“ bereits vor ein paar Tagen. Bestätigt wurde bisher nichts, doch die sichtlich aggressive Reaktion des Betriebsrats lässt vermuten, dass Volkswagen bei seinen Sparplänen in jedem Fall rigoros denkt.

 

Volkswagen auf Schrumpfkurs?

 

Es bleibt abzuwarten, ob und wann Volkswagen sich mit weiteren Plänen an die Öffentlichkeit wendet. Gemunkelt wird aktuell, dass auch bei der Modellpalette die Schere angesetzt werden könnte. Medienberichten zufolge will CEO Blume jene schrittweise halbieren und die Ausstattungsoptionen um 75 Prozent reduzieren. Auf weitere Stellenstreichungen und Werksschließungen kam er aber allem Anschein nach bei der Aufsichtsratssitzung nicht zu sprechen.

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Die Arbeitnehmervertreter sitzen letztlich in einer Zwickmühle. Den Angestellten wird hoch und heilig versprochen, dass Werksschließungen keine Option seien und Stellenabbauten nur auf freiwilliger Basis geschehen dürften. Das sture Festhalten an solchen Linien ist aber angesichts schwacher Absatzzahlen und noch schwächeren Margen jedoch kaum noch vermittelbar. Denn am Ende des Tages sind alle Aufsichtsräte dem Wohl des Unternehmens verpflichtet. Bei Volkswagen laufen die meisten deutschen Standorte schon seit Längerem nicht mehr mit voller Auslastung. Aus ökonomischer Sicht sind Überlegungen über Schließungen da zumindest nachvollziehbar.

Doch in den Mund nehmen will das Management entsprechende Begriffe offenbar nicht und verschickt stattdessen nach der Sitzung einen sogenannten „Zukunftsplan“, der Volkswagen bis 2030 zu einem der attraktivsten Unternehmen der Welt mutieren lassen soll. Erreicht werden soll dies, indem man schlanker, schneller, robuster und effizienter auftritt. Was genau dies bedeuten mag, bleibt für den Moment das Geheimnis der Verantwortlichen. An dieser Art der Kommunikation stört der Betriebsrat sich ebenfalls, denn die Angestellten müssen weiterhin zittern und sie bekommen es zuweilen mit Existenzängsten zu tun.

 

Wachstumssignale lassen auf sich warten

 

Die Ziele des Vorstands sind aus Anlegersicht grundsätzlich begrüßenswert. Volkswagen will endlich aus seinem Loch herauskommen und wieder für bessere Bilanzen sorgen. Doch das Mittel der Wahl scheinen bisher nur immer neue Sparpläne zu sein. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften haben nicht Unrecht damit, dass allein damit eine Trendwende und eine Rückkehr zum Wachstumstrend kaum möglich sein dürfte.

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Werbebanner EMH PM Trade Skepsis ist auch auf Seiten der Anleger zu sehen, die angesichts fehlender konkreter neuer Informationen am Donnerstag weiter das Weite suchten. Die Volkswagen-Aktie fiel um 1,2 Prozent auf 71,52 Euro zurück und blieb damit in direkter Nähe zum Mehr-Jahres-Tief bei 69,20 Euro. Es will sich vor immer neuen Gerüchten zu harten Sparplänen keine Aufbruchstimmung bemerkbar machen. Volkswagen versprüht eher nicht den Eindruck von einem Unternehmen, das zielsicher auf ein Comeback zusteuern würde. Stattdessen erscheint es immer öfter so, als würde das Management in einer der wohl größten Krisen lediglich Symptome bekämpfen. Es deutet sich eine erneute Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang ab.

 

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10.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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