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Vonovia Kurse suchen nach einem neuen Gleichgewicht

Vonovia Aktien in der Kurskorrektur - Frankfurts Wette auf eine schnelle Wende ging nicht auf

NTG24 - Vonovia Kurse suchen nach einem neuen Gleichgewicht

 

Zu früh gefreut? Frankfurt hatte auf einen schnellen Turnaround bei Vonovia gewettet und sucht dazu die Unterstützung einer baldigen Zinswende im Euro durch die Europäische Zentralbank. Doch Frau Lagarde hat sich mindestens auf den Sommer vertagt und nun legte Vonovia selbst mit einer schwachen Prognose für 2024 nach. Die Kurse suchen jetzt ein neues Gleichgewicht. 

Das Bewertungsergebnis hat das Geschäftsjahr bei Vonovia (DE000A1ML7J1) tief in den Keller gezogen. Auf Ebene der Gewinn- und Verlustrechnung musste die grösste Immobiliengesellschaft Europas einen Bewertungsverlust von -10,65 Mrd. Euro hinnehmen, was auch nach Steuern zu einem weiteren Jahresverlust führte. Schon im Geschäftsjahr 2022 konnte man einen Verlust nicht vermeiden und wies ein Minus von -669,4 Mio. Euro aus. Das verzehnfachte sich im abgelaufenen Jahr auf -6,76 Mrd. Euro. Das sind allerdings Verluste auf dem Papier, die überwiegend nicht liquiditätswirksam sind. Aber:

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Das Bewertungsergebnis belastet die Bilanz. Der sinkende Wert des Immobilienportfolios erfordert von der Gesellschaft, dass man auch die Verschuldung senkt. Das funktioniert im aktuellen Umfeld nur, wenn man Objekte verkauft, damit Liquidität hebt und in der Folge die Verschuldung senkt, indem verstärkt getilgt wird. Das ist selbstverständlich mit viel Aufwand verbunden und die Gesellschaft muss einige Kröten schlucken, denn es ist ein Käufermarkt. Alle Interessenten wissen, dass die Immobiliengesellschaften verkaufen müssen, weswegen hart bei den Preisen verhandelt wird. Doch Vonovia hat keine Wahl: Der Verschuldungsgrad darf nicht aus dem Ruder laufen.

 

Vonovia Kurse suchen nach einem neuen Gleichgewicht

 

Und die Entwicklung des Verschuldungsgrads fiel im vergangenen Jahr negativ auf. Vonovia strebt eine Grösse von 40 bis 45 % an, was im akzeptierten Branchenmittel liegt. Der Verschuldungsgrad wurde aber bereits in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 leicht überschritten. Im vergangenen Jahr ging Vonovia dann deutlich darüber mit einem Verschuldungsgrad von 47,3 %. Einer der Gründe, warum Frankfurt mit Verkäufen auf die Zahlen von Vonovia reagiert, denn ein steigender Verschuldungsgrad bedeutet, dass die Beleihung des Portfolios gestiegen ist.

 

Vonovia SE

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie andere Enttäuschung ist der Ausblick. Der Vorstand betonte zwar, dass immer mehr Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die Bewertungsabschläge ihren Gipfel bereits überschritten haben, so gab man dennoch keinen positiven Ausblick für 2024. Und hier hakte es, denn Frankfurt hatte sich in den vergangenen Monaten für eine positive Überraschung bei Vonovia positioniert. Unter anderem auch, da man seinerzeit eine schnelle Zinswende im Euro eingepreist hatte, die sich inzwischen deutlich in die Zukunft verschoben hat. Um der Börse einen Ausblick zu geben, veröffentlichte der Vorstand eine Spanne von 2,55 bis 2,65 Mrd. Euro für die Ebene des „bereinigten“ EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögensgegenstände). Das würde eine weitere sequenzielle Verschlechterung im Jahresvergleich bedeuten, nach 2,76 Mrd. Euro (2022) und 2,65 Mrd. Euro (2023). Auch das „bereinigte“ Vorsteuerergebnis sieht man niedriger zwischen 1,7 und 1,8 Mrd. Euro, nach 1,997 Mrd. Euro (2022) und 1,866 Mrd. Euro (2023). Eine Prognose für die richtigen Zahlen gab man jedoch nicht, aber die Börse zieht aus den Rahmendaten, dass Vonovia in diesem Jahr voraussichtlich erneut mit einem Verlust abschliessen wird.

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19.03.2024 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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