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BÖRSE TO GO - mit Tesla, Daimler und Nordex

Nahost-Konflikt bleibt noch riskant

 

Guten Tag,

der Konflikt im Iran verliert langsam etwas an Schrecken, allerdings nicht an Brisanz. Wie seinerzeit im Streit mit Kim Jong Un kann keiner abschätzen, was sich Trump und Teheran noch einfallen lassen. Wir gehen davon aus, dass es erst einmal ruhiger wird, bevor es weitergeht. Die Kurse dürften sich denn auch erst einmal etwas erholen. Allerdings: Es bleibt aus unserer Sicht auch erst einmal bei der Notwendigkeit einer Korrektur an allen Märkten.

In der Zwischenzeit dominiert die Unsicherheit an den Börsen. Das muss aus bekannten Gründen nicht schlecht sein – im Gegenteil. Uns ist ein Umfeld der latenten Unsicherheit lieber als eins der Unbeschwertheit, denn die Unsicherheit hält die Märkte und Anleger wach und wachsam.

Ohnehin rückt langsam in den kommenden Wochen die Berichtssaison für das vierte Quartal 2019 in den Fokus. Hier wird sich herauskristallisieren, ob die Unternehmen die konjunkturellen Perspektiven bestätigen können und die Aussichten sich für 2020 stabilisieren bzw. aufhellen. Genug Anlass dafür ist vorhanden wie die Frühindikatoren zeigen.

 

TESLA gibt Startschuss

 

TESLA fängt heute an, die ersten Model 3 in China auszuliefern. Ein wichtiger Tag für das Unternehmen und die Aktie, denn die Aktivitäten der Kalifornier in China sollten sich als wahrer „Game Changer“ entwickeln. TESLA geht hier von 500.000 Autos pro Jahr aus was in Relation zur Gesamtproduktion 2019 i.H.v. 367.000 Stück ein gigantischer Meilenstein darstellt. 

TESLA hat hier klar die Nase vorn und hat es geschafft als amerikanisches Unternehmen dort Fuss zu fassen wo es vor dem Hintergrund des Handelsstreits am unwahrscheinlichsten war. Punktet TESLA in China, werden alle anderen hinterher hecheln müssen – allen voran die Deutschen Premiumhersteller. Für uns ist TESLA wie APPLE und wir erwarten in den kommenden Jahren Meilensteine, von denen andere nur träumen.

 

Kursverlauf Tesla

 

DAIMLER wieder verklagt

 

Für DAIMLER könnte es demnächst womöglich recht teuer werden. Denn wie jetzt bekannt wurde, soll die Anwaltskanzlei Tilp Ende letzten Jahres für insgesamt 219 institutionelle Anleger Klage wegen Schadensersatzforderungen aus dem Dieselskandal eingereicht haben. Insgesamt fordern die Kläger fast 900 Millionen Euro Schadenersatz vom Automobilhersteller.

Vorgeworfen wird DAIMLER, dass der Konzern den Kapitalmarkt nicht über mögliche finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz illegaler Abschalteinrichtungen bei Dieselfahrzeugen informiert habe. Dabei geht es um einen Zeitraum von Mitte 2012 bis Mitte 2018. Damals sackte die DAIMLER-Aktie von mehr als 90 Euro auf unter 60 Euro ab. Natürlich sind solche Klagen kein Sprint. Außerdem könnte DAIMLER wohl eine mögliche Verurteilung finanziell stemmen. Wichtig ist allerdings, ob es hier quasi eine Signalwirkung und einen Präzedenzfall geben wird, was womöglich weitere Klagen nach sich zieht. Vorsicht bleibt also geboten.

 

NORDEX mit positiver Bilanz

 

Der Windturbinen-Hersteller NORDEX kann im neuen Jahr an die bisherige Reihe positiver Meldungen zu Auftragseingängen anschließen. So meldete das Unternehmen, dass man im Dezember Aufträge über insgesamt 308 MW Nennleistung erhalten habe Vorreiter dabei sind drei Projekte in der Türkei mit insgesamt 105 MW Nennleistung. Aber auch in anderen Märkten konnte NORDEX punkten, so in Spanien, Italien und Frankreich. Der ehemalige Stammmarkt Deutschland blieb mit nur 34 MW am unteren Bereich.

Angesichts des Genehmigungsstaus in Deutschland ist das nicht überraschend. NORDEX selbst ist es allerdings wichtig, dass man unter Beweis stellen kann, dass man weiterhin im europäischen Ausland neue Aufträge generieren kann. Das wird auch von der Börse positiv bewertet und die Aktie kann heute leicht zulegen. Wer investiert ist, kann es sicherlich bleiben.

 

07.01.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 









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