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BÖRSE TO GO - mit Trubel am Ölmarkt, SAP und Cropenergies

Märkte korrigieren - nur ein Luftholen?

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit Trubel am Ölmarkt, SAP und Cropenergies

 

Guten Tag,

der technischen Erholung geht erst einmal die Luft aus. Das ist wenig erstaunlich, vor allem wenn berücksichtigt wird, wie weit diese Erholung die Kurse getragen hat. Immerhin konnte der Nasdaq fast den gesamten Verlust des Februar und März wieder kompensieren, ohne dass dies irgendwo gewürdigt wurde. 

Und auch im DAX wurden Zwischenstände erreicht, die im März nur die wenigsten für möglich gehalten haben. Daraus entstand zunehmend eine überkaufte Marktlage, welche nun abgebaut werden muss, ehe weitergedacht werden kann. Dies gilt sowohl für die Wall Street als auch für den DAX oder den SMI.

 

Ölfässer

Bildnachweis: © Fotograf - Waldemar Brandt

 

Öl im Trubel

 

Interessant dabei: Auslöser für die Korrektur in der Korrektur waren nicht etwa Schlagzeilen aus dem Corona-Umfeld, sondern Folgeerscheinungen, welche sich in Kuriositäten im Ölpreis offenbarten. Die Tatsache, dass Öl kurzfristig am Terminmarkt negativ notierte, ist zwar befremdlich, aber auch logisch: Denn wohin mit dem vielen Öl, wenn die Welt stillsteht? Die Nachfrage ist zusammengebrochen und da der Preis eben immer aus der Relation Angebot zu Nachfrage entsteht, ist es kein Wunder, dass solche Eskapaden auftreten. Was das nun mit den Ertragsaussichten der Aktiengesellschaften zu tun hat, kann derzeit keiner erklären, daher sollte dieser Umstand auch nicht zu hoch gehangen werden. Es ist doch irgendwie auch ganz einfach: außergewöhnliche (politische) Entscheidungen bringen eben auch außergewöhnliche Marktbewegungen zustande. 

Wie weit geht das technische Risiko? Wir haben uns erst einmal die 10.000 Punkte Marke im DAX als Ziel markiert, legen uns aber auf 100 Punkte sicher nicht fest. Im Dow Jones entspricht dies etwa 22.000 Punkte +/- 500 aufgrund der hohen Volatilität. Da wir zudem in der Berichtssaison stecken, werden die kommenden Tage sicher nichts für Anleger mit schwachem Nervenkostüm oder empfindlichen Mägen. Indes: Aus der Distanz gesehen sind die kommenden schwachen Tage völlig normal und eventuell sogar vielleicht die letzte Chance zum günstigen Einstieg!

 

SAP: Christian allein zuhause

 

In der laufenden Berichtssaison kam heute mit SAP das erste große deutsche Schwergewicht an den Markt. Allerdings blieben größere Überraschungen auf der Zahlenebene aus. Denn der Software-Konzern hatte bereits vor Ostern Umsatz und operativen Gewinn gemeldet und heute nur noch Nettogewinn (-6 %) und den erstmals separat ausgewiesen Auftragseingang bei den Cloud-Buchungen (+14 % auf 6,65 Milliarden Euro) nachgeliefert. Allerdings:

Zwei negative Aspekte gab es dann doch. Einerseits kürzte SAP seine Jahresprognosen für den operativen Cashflow und den Free Cashflow um jeweils 1 Milliarde Euro. Was allerdings den Markt noch mehr verwirrte, war die kurzfristige Ankündigung, dass aus dem bisherigen Führungsduo nun nur noch eine Einzelperson wird. Denn die bisherige Co-Chefin Jennifer Morgen verlässt das Unternehmen und Christian Klein bleibt als Solo-Chef zurück. Und das nur ein halbes Jahr, nachdem beide überraschend den bisherigen Firmenlenker Bill McDermott abgelöst hatten.

Aber auch hier gilt: Mit Änderungen in der bisher skizzierten Strategie ist nicht zu rechnen. Darüber hinaus zeigen die Auftragseingänge im Cloud-Geschäft, das wohl spätestens in der zweiten Jahreshälfte hier auch auf Ergebnisseite wieder mit einer klaren Belebung zu rechnen ist. Deshalb bleibt es auch bei unserer bisherigen Empfehlung.

 

CROPENERGIES will mehr zahlen

 

Eine positive Überraschung lieferte CROPENERGIES. Der Hersteller von Bioethanol kündigte nämlich an, seine Dividende für das zurückliegende Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende Februar) auf 0,30 Euro je Aktie verdoppeln zu wollen. Erstaunlich ist dies aus zweierlei Sicht. Zum einen hebt man sich damit klar vom derzeitigen Trend ab, Dividenden eher zu kürzen oder ganz ausfallen zu lassen und zum anderen gibt sich CROPENERGIES eigentlich für das angelaufene Geschäftsjahr vor dem Hintergrund der derzeitigen Marktlage eher zurückhaltend. Deshalb rechnet man für das erste Quartal auch nur mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis.

Diese Diskrepanz sehen auch die Anleger und treten deshalb heute auf die Bremse. Allerdings liegen wir mit unserer bisherigen Empfehlung hier soweit vorne, dass wir gelassen bleiben können und die avisierte Dividendenrendite von rund 3,5 % ist ja auch nicht zu verachten.

 

21.04.2020 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 

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