als .pdf Datei herunterladen

BÖRSE TO GO - mit Apple, Facebook und Fusion Fiat Chrysler mit Peugeot

Zinspause der Fed interessiert dank robustem Wachstum nicht

 

Guten Morgen,

die Fed hat, wie zu 100% von allen Marktteilnehmern erwartet, entsprechend geliefert und gleichzeitig bestätigt, dass die Zeiten sich ändern. Mit dem Wegfall bestimmter Formulierungen, die zwischen den Zeilen eine vorsichtige Haltung der Zentralbank gegenüber der konjunkturellen Entwicklung erkennen ließen, ist nun klar: die USA blicken mit mehr Zuversicht ins neue Jahr. Powell bringt auch den Brexit auf den Punkt: weniger dramatisch als befürchtet, wenn auch unangenehm für bestimmte Sektoren. Aber auch gilt unter dem Strich: Es gibt mehr Anlass zur Zuversicht als zum Pessimismus. Sicher ist: Die Märkte können mit der Aussicht ausbleibender Zinssenkungen gut leben, sofern die Wirtschaft auf der Kehrseite ausreichend Dynamik zeigt.

Passend dazu: Die Entscheidung kommt am selben Tag, an dem die Regierung ein BIP-Wachstum von 1,9% meldete, was zwar eine Verlangsamung widerspiegelt, jedoch über den Schätzungen der Wall Street von 1,6% liegt. In den letzten Monaten haben sich zudem die Beschäftigungszuwächse etwas verlangsamt, liegen aber immer noch deutlich über den 109.000, die erforderlich sind, um die Arbeitslosenquote auf dem 50-Jahres-Tief von 3,5% zu halten. Das positive Bild wurde dann noch abschließend durch so wichtige Ergebnisse wie die von APPLE oder FACEBOOK untermauert, siehe weiter unten.

 

Apple Store

Bildnachweis: © Finance & Research AG

 

Die Pessimisten geraten nun fortwährend unter Druck. Diejenigen, die eine globale Rezession bereits als ausgemachte Sache prognostiziert hatten, werden in den kommenden Wochen und Monaten nach Argumenten suchen müssen, sofern sich die leichte Belebung fortsetzt. Die Erfahrung zeigt: nachhaltige Wenden, insbesondere in den Volkswirtschaften, kommen nicht mit einem Paukenschlag, sondern sehr langsam und in kleinen Schritten. Dies ist im Ansatz nun erkennbar, allerdings wollen auch wir nicht den Tag vor dem Abend loben.

Fazit: Die Kombination von berechenbarer Zinspolitik, gutlaufender Berichtssaison und verbessertem Ausblick hinsichtlich der (US-)Wirtschaft sind eine gute Basis für das Fortsetzen der Rally. Zwischenzeitliche technische Pausen aufgrund der überkauften Marktlage inbegriffen. Das erste Signal setzte der S&P 500, nun müssen die anderen Indices folgen.

 

APPLE setzt auf den Weihnachtsmann

 

Nachdem APPLE vor kurzem seinen neuen Smartphone-Star iPhone 11 an den Markt gebracht hatte, waren die Anleger natürlich gespannt, wie die ersten Absatztendenzen liegen würden. Und APPLE konnte liefern. Zwar musste man im nun berichteten dritten Quartal bei den iPhone-Umsätzen erneut einen Rückgang feststellen, der allerdings mit 33,600 Milliarden Dollar über den Markterwartungen lag. Insgesamt konnte APPLE seinen Quartalsumsatz um 1,8 % auf rund 64 Milliarden Dollar steigern. Auch hier wurden die Prognosen übertroffen.

Doch damit nicht genug: Mit dem neuen iPhone 11 im Gepäck rechnet APPLE für das laufende vierte Quartal und damit insbesondere für das Weihnachtsgeschäft mit kräftigen Umsatzzuwächsen. Die derzeitige Schätzspanne liegt zwischen 85,5 und 89,5 Milliarden Dollar. Der daraus resultierende Mittelwert von 87,5 Milliarden Dollar liegt über den bisherigen Analystenschätzungen von 86,9 Milliarden Dollar. Kurzum: APPLE rechnet mit einem sehr erfolgreichen Weihnachtsgeschäft, wobei man auch über das iPhone 11 hinaus mit einer guten Nachfrage nach den konzerneigenen Diensten wie auch anderer Hardware rechnet.

Fazit: Nachdem die Aktie in den letzten Handelstagen etwas unter Gewinnmitnahmen litt, dürfte sie mit den neuen Prognosen wieder an Fahrt gewinnen. APPLE gehört so zweifellos zu den Favoriten der sich abzeichnenden Weihnachtsrallye.

 

Kursvewrlauf Apple

 

FACEBOOK verdient deutlich mehr

 

Einen starken Auftritt legte auch das größte soziale Netzwerk der Welt, FACEBOOK, hin. Obwohl man Strafzahlungen wegen Datenskandalen leisten musste und weiterhin in der Kritik hinsichtlich des Umgangs mit verschiedenen Inhalten steht, konnte FACEBOOK seinen Gewinn kräftig steigern und auch die Nutzerbasis weiter ausbauen.

Insgesamt konnten die Umsätze um stattliche 29 % auf 17,7 Milliarden Dollar erhöht werden. Die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer steigerte sich um 8 % auf 2,45 Milliarden. Und unter dem Strich verdiente das Unternehmen 6,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 19 %. In allen Werten konnte FACEBOOK damit die Markterwartungen überbieten.

Indes: Auch wenn die Aktie nachbörslich gestern nach Vorlage der Zahlen kräftig zulegen konnte, bleibt noch Vorsicht angesagt. Denn die vielen rechtlichen und regulatorischen Fragen, die FACEBOOK derzeit beschäftigen, könnten weiterhin als Bremse wirken. Wer engagiert ist, kann es sicherlich bleiben. Neue Investments würden wir allerdings erst anpeilen, wenn die derzeitige Widerstandszone im Bereich von 190/191 Dollar signifikant überwunden werden konnte.

 

Kursverlauf Facebook

 

Und sie tun es!

 

Das ging schnell. PEUGEOT und FIAT CHRYSLER haben heute Morgen gemeinsam bekannt gegeben, dass man sich zusammenschließen wolle. Das neue Unternehmen käme hierbei auf einen Jahresumsatz von rund 170 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn von gut 11 Milliarden Euro. Die von uns gestern bereits geschilderten Personalien wurden ebenfalls bestätigt. Beide Unternehmen erhoffen sich von dem Zusammenschluss jährliche Synergien von rund 3,7 Milliarden Euro. Ein Großteil (rund 80 %) soll sogar schon nach vier Jahren realisiert worden sein. Allerdings wird die Fusion auch erst einmal Geld kosten. Die aktuelle Schätzung liegt bei 2,8 Milliarden Euro einmaligen Kosten.

An der Börse wird heute Morgen klar zwischen Gewinner und Verlierer unterschieden. Während die Aktie von FIAT CHRYSLER kräftig zulegen kann, gibt es einen gehörigen Abschlag bei PSA, der die gestrigen Gewinne komplett wieder auffrisst. Wie wir gestern schon schrieben, könnte der Zusammenschluss industriell durchaus Sinn ergeben und erfolgreich werden. Aktuell halten wir es allerdings für zu früh, sowohl in die beiden Fusionspartner als auch in das dann folgende gemeinsame Konstrukt zu investieren. Erst einmal müssen die Fusionskosten verdaut werden und es muss nachgewiesen werden, dass es hier tatsächlich Synergie-Effekte in der entsprechenden Größenordnung gibt.

 

31.10.2019 - Carsten Müller - cm@ntg24.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur