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Aixtron zieht davon

Aixtron Aktie dreht auf

 

Als Anlagenbauer unterliegt Aixtron starken Schwankungen und Saisonalitäten. Die hohen Auftragswerte je Anlage können das vierteljährliche Bild im Positiven wie im Negativen Sinne stark verzerren. Es lohnt sich daher bei Aixtron stärker auf das „big picture“ zu achten, also auf die Halbjahres- und Jahresberichte. 

Aixtron holte im 3. Quartal wieder auf. Nach einem schwachen 1. Halbjahr im Hinblick auf die Umsatzerlöse und das Ergebnis verbesserte sich die Lage im 3. Quartal deutlich. Der Auftragseingang belief sich auf knapp 71 Mio. Euro, was leicht über dem Vorjahresquartal lag und den Auftragseingang seit Jahresbeginn auf 209 Mio. Euro (+39 %) hob. Das ist die entscheidende Kennzahl, denn die Auftragseingänge von heute sind die Umsätze von morgen. 

Beim Umsatz des 3. Quartals ging es 14 % nach oben auf 64 Mio. Euro. Es war wichtig, hier positives Momentum zu sehen, denn in den ersten neun Monaten liegt Aixtron beim Umsatz mit 161 Mio. Euro immer noch -13 % unter dem Niveau der Vorjahresperiode. Die gleiche Konstellation gilt auch für das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Im 3. Quartal ergab sich hier ein deutlicher Sprung um 148 % auf 8,2 Mio. Euro, womit man das schwache 1. Halbjahr ausglich und in den ersten neun Monaten nun auf ein EBIT von 10,3 Mio. Euro kommt, was immer noch 58 % unter der Vorjahresperiode liegt. Analog dazu auch das Nettoergebnis: 7,1 Mio. Euro im 3. Quartal (+115 %) und 9,6 Mio. Euro (-52 %) in den ersten drei Quartalen. Doch solche Dellen wie im 1. Halbjahr können Aixtron nichts anhaben, denn: 

 

Goldgeränderte Bilanz

 

Die Bilanz strotzt nur so vor Kraft. Die Kennzahlen sind ausgezeichnet und signalisieren, dass Aixtron einen langen Atem hat und eine hohe Widerstandsfähigkeit, wenn das Umfeld einmal ungemütlicher werden sollte. Das Eigenkapital belief sich zum 30. September auf 471 Mio. Euro, was einer Eigenkapitalquote von beeindruckenden 82 % entspricht. Das Beste dabei ist jedoch, dass das Eigenkapital bretthart ist. Von den 471 Mio. Euro sind alleine 293 Mio. Euro liquide Mittel und finanzielle Vermögenswerte. Es bestehen keinerlei Bankverbindlichkeiten. Aus Sicht eines Buchhalters entspricht das einer Festung mit Burggraben davor. 

 

Aixtron SE

 

Die Börse wittert jetzt ihre Chance. Das Halbleitergeschäft weltweit läuft wieder auf Hochtouren und Kredite sind in allen wichtigen Währungen nicht nur billig, sondern auch weitläufig verfügbar. Zudem erleben wir nach dem parallelen weltweiten Wirtschaftseinbruch nun seit dem 3. Quartal und auch im 4. Quartal einen unvergleichlichen parallelen weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Am Ende wird es sich in 2021 unter dem Niveau von 2019 einpendeln, aber nur ein wenig. Das Horrorszenario, das uns die Wirtschaftsdaten im 2. Quartal signalisierten, hat sich in Luft aufgelöst. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNicht zuletzt ist Aixtron ein Biden-Gewinner. Das Unternehmen lebt von den freien Marktzugängen, die einem der Multilateralismus gewährt. Der neue US-Präsident wird ohne Zweifel dafür sorgen, dass die amerikanische Aussen- und Wirtschaftspolitik wieder auf den Kurs der letzten 70 Jahre einschwenkt. Für einen export-abhängigen Titel wie Aixtron ist das ein Segen, denn es liefert Verlässlichkeit und erhöht die Bereitschaft zu investieren. Sowohl beim Unternehmen selbst als auch bei der Kundschaft. Die ist übrigens hochkarätig. Ich will nicht ins Namedropping abschweifen, aber es lohnt sich einmal die Kundenliste zu überfliegen.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

28.11.2020 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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