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Apple ohne eigene Spitzen-AI

Während Apple im AI-Wettbewerb strauchelt, eröffnet Nvidia die zweite Front für Apple

NTG24 - Apple ohne eigene Spitzen-AI

 

Die Ironie ist perfekt. Apple verlor seinen technologischen Vorsprung in der AI-Software — und während die Welt auf Cooks Antwort wartet, öffnet Nvidia eine zweite Front auf der Hardware-Seite.  

Am 8. Juni 2026 wird Tim Cook zum letzten Mal als CEO auf der Bühne der WWDC stehen. Sein Nachfolger John Ternus sitzt bereits in der ersten Reihe. Was Cook präsentieren wird — die grösste Siri-Überholung in 15 Jahren —, ist nicht seine Vision, sondern Ternus' Erbe. Doch während Apple (US0378331005) seine neue AI-Offensive vorbereitet, hat Nvidia (US67066G1040) in dieser Woche auf der Computex in Taiwan einen Schachzug vollzogen, den niemand auf dem Radar hatte: Mit dem RTX Spark steigt Jensen Huang in den Consumer-PC-Prozessormarkt ein und greift Apple Silicon direkt an. 

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Die neue Siri, die Cook am Montag vorstellen wird, basiert auf Google Gemini. Das ist kein Detail, sondern ein Eingeständnis struktureller Schwäche. Alphabet (US02079K1079) hat eine Spitzen-AI, ein Spitzen-Cloud-Geschäft und produziert eigene Spitzen-AI-Chips mit den TPUs. Microsoft (US5949181045) kontrolliert über die OpenAI-Partnerschaft das derzeit relevanteste Sprachmodell der Welt. Meta (US30303M1027) entwickelt mit LLaMA eigene Open-Source-Modelle und hat mit den Ray-Ban-Brillen bereits ein Consumer-AI-Produkt am Markt etabliert. Apple hat hier nichts zu bieten.  

Stattdessen integriert Apple drei konkurrierende AI-Systeme — OpenAI, Google, Anthropic — und lässt den Nutzer wählen. Das ist die App-Store-Logik auf AI übertragen: Apple kontrolliert das Interface, Drittanbieter liefern die Intelligenz. Diese Strategie ist defensiv, nicht offensiv. Sie funktioniert, solange Apple das Ökosystem kontrolliert. Doch genau diese Kontrolle wird nun angegriffen — nicht von OpenAI, sondern von Nvidia. Der RTX Spark ist ein ARM-basierter Prozessor mit 20 Kernen, Blackwell-GPU und bis zu 128 GB Unified Memory. Jensen Huang nennt ihn „The personal AI computer". Die Architektur folgt exakt dem Prinzip, das Apple mit dem M1 2020 etabliert hat: CPU, GPU, Neural-Processing-Elemente und Unified Memory auf einem Chip. Doch während Apple mit dem M5 bereits die fünfte Generation ausliefert, ist RTX Spark Nvidias Ersteinstieg — und technologisch unterlegen. Ein gelöschter Geekbench-Eintrag vom Juni 2025 zeigt die N1x-Variante mit 3.096 Single-Core-Punkten und 18.837 Multi-Core-Punkten. Das liegt unter dem M3 Max (20.969 Multi-Core) und weit unter dem M5 (17.465 Multi-Core bei nur 10 Kernen).

 

Nvidia RTX Spark — zwei Jahre hinter Apple Silicon, aber mit AI-Story

 

Nvidia kommt zwei Jahre zu spät und liefert schlechtere Benchmarks. Warum ist das trotzdem gefährlich für Apple? Weil Nvidia nicht auf CPU-Leistung setzt, sondern auf die AI-Story. Die 6.144 CUDA-Kerne und die Fifth-Generation Tensor Cores sind für lokale AI-Inference optimiert — genau das, was die neue Siri ebenfalls verspricht. Nvidia positioniert RTX Spark als „designed for AI, creating, and gaming". Apple positioniert das iPhone 18 Pro mit der neuen Siri als „personal AI computer". Beide bedienen dasselbe Narrativ, aber Nvidia hat die Hardware-Glaubwürdigkeit: Wer Datacenter-AI dominiert, dem traut man auch Consumer-AI zu.  

 

Apple Inc.

 

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Nvidia greift nicht das iPhone direkt an, sondern dessen Zukunftsmärkte. RTX Spark wird kein MacBook-Killer — dafür ist die Leistung zu schwach. Aber Nvidia öffnet einen Keil in Apples Narrativ: Wenn AI das neue Paradigma ist, warum dann weiterhin auf Apple-Hardware setzen, die ihre AI von Google bezieht? Nvidia liefert AI-Hardware und könnte — mit OpenAI als Partner — auch die Software-Seite besetzen. Die OpenAI-Partnerschaft, die Apple auf der WWDC als Stärke verkaufen wird, ist gleichzeitig Nvidias Hebel: OpenAI entwickelt mit Jony Ive und Qualcomm ein eigenes AI-Smartphone für 2027 / 28. Wenn dieses Gerät auf Nvidia-Chips läuft, steht Apple zwischen zwei Fronten.

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03.06.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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