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Aroundtown zahlt wieder eine Dividende und übertrifft die Erwartungen um 10 %

Aroundtown schliesst ein schwieriges Jahr mit einer soliden Bilanz ab

NTG24 - Aroundtown zahlt wieder eine Dividende und übertrifft die Erwartungen um 10 %

 

Aroundtown (LU1673108939) zog Bilanz für ein schwieriges Jahr. Da man nahezu ausschliesslich an Gewerbe vermietet und auch eine hohe Gewichtung im Bereich Hotels hat, wurde die Aktie im vergangenen Jahr in Frankfurt lange stiefmütterlich behandelt. Die jüngst vorgelegte Gewinn- und Verlustrechnung ist aber insofern eine positive Überraschung, dass sie nicht wesentlich schlechter ausgefallen ist. 

Die zweitbeste Nachricht ist, dass der Umsatz sich um 32 % auf 1,18 Mrd. Euro gesteigert hat. Alle anderen Ertragsquellen blieben jedoch deutlich unter dem Vorjahr. Insbesondere die Wertentwicklung des Portfolios fiel mit 769 Mio. Euro weit weniger stark als in 2019 aus. Ein Trend, der jedoch nahezu alle Gesellschaften in der Branche traf. Aroundtown verzeichnete obendrein höhere Kosten für den Betrieb der Immobilien und auch die Verwaltungskosten zogen deutlich an. 

Unter dem Strich sank so das operative Ergebnis um -23 % auf 1,65 Mrd. Euro. Mit einem ebenfalls deutlich schwächeren Finanzergebnis kam Aroundtown auf einen Vorsteuergewinn von 1,28 Mrd. Euro nach 2,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Für die Aktionäre halbierte sich damit am Ende der Gewinn nach Steuern auf 652 Mio. Euro, was selbstverständlich eine Enttäuschung ist, wenngleich keine Überraschung.

Die beste Nachricht ist, dass Aroundtown die Dividendenzahlungen wieder aufnimmt. Nachdem für 2019 die Dividende gestrichen wurde, um die Liquidität im Unternehmen zu halten, zahlt Aroundtown für 2020 eine Dividende von 0,22 Euro je Aktie, was 10 % über den Erwartungen liegt. Für das laufende Jahr stellt das Unternehmen eine mindestens gleichbleibende Dividende und im besten Fall eine Steigerung auf 0,24 Euro je Aktie in Aussicht.

 

Neues Aktienrückkaufprogramm

 

Angesichts der starken Bilanz und der Unterbewertung am Aktienmarkt hat der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm genehmigt. Das Programm startet bereits am 26. März und wird höchstens bis zum 31. Dezember 2021 laufen. Der Umfang des Programms hat einen Wert von 500 Mio. Euro oder maximal 100 Mio. Aktien. Aroundtown wird dieses Mal keinen Tender einsetzen, sondern kauft die eigenen Aktien entweder direkt oder über eine Tochtergesellschaft am Markt zurück. 

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DAX Future SignaleDas Rückkaufprogramm begrüsse ich sehr. Nicht nur, weil es die Beteiligungshöhe und den Gewinnanteil der Altaktionäre erhöht, sondern auch, weil es wirtschaftlich sinnvoll ist. Ohne Zweifel leidet ein Unternehmen wie Aroundtown, die nahezu ausschliesslich im Bereich der Gewerbevermietung arbeiten, stärker als eine Vonovia (DE000A1ML7J1) oder Deutsche Wohnen (DE000A0HN5C6), aber die Unterbewertung der Aktien im Verhältnis zum Wert des Portfolios ist so drastisch, dass es fast schon sträflich wäre, wenn der Vorstand nicht kaufen würde. Insbesondere, da mit den Impfungen das Ende der Probleme bei den Gewerbemieten absehbar ist. 

 

Aroundtown SA

 

Erfreulicherweise hat Aroundtown auch die Berechnungsmethoden der EPRA (European Public Real Estate Association) übernommen. Wie ich bereits bei der Empfehlung zu Vonovia anmerkte, sind die Berechnung der Vermögenswerte und die dazugehörigen Kennzahlen ein heikles Thema bei börsennotierten Immobiliengesellschaften und ich bin froh, dass man sich mit den EPRA-Standards auf einen gemeinsamen Konsens geeinigt hat. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIch bleibe beim Vergleich mit Vonovia. Das DAX-Unternehmen hat jüngst die Kennzahl EPRA NTA zur wichtigsten Kennzahl für ihre Vermögensbewertung gewählt. Schaut man sich die Net Tangible Assets (NTA) bei Aroundtown an, dann verbesserten sie sich in 2020 von 10,52 Mrd. Euro auf 11,19 Mrd. Euro. Pro Aktie erreichten die NTA einen Wert von 9,50 Euro. Sie haben richtig gelesen: 9,50 Euro bei einem Aktienkurs von weniger als 6 Euro. Die NTA bei Vonovia betragen 14,3 Euro pro Aktie bei einem Aktienkurs von 56 Euro.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

26.03.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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