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BMW geht endlich in die Cloud

BMW Stämme haben noch Potenzial - Neues Kursziel!

 

BMW geht endlich in die Cloud. In einer riesigen IT-Offensive wird BMW in mehr als 100 Ländern seine wichtigsten IT-Strukturen auf AWS (Amazon Web Services) migrieren. Das ist ein riesiger Vertriebserfolg für AWS und bringt BMW technologisch dichter an die Spitze. Den Umfang dieser Initiative erkennt man auch daran, dass BMW bis zu 5.000 Softwareentwickler für die Möglichkeiten von AWS weiterbilden wird. Kernstück die Migration wird die Hauptverwaltung der BMW Gruppe sein, die in die Cloud umzieht, aber daneben sind zahlreiche andere Projekte geplant, die die Produktion, Logistik und die Kommunikation mit den Kunden(-Fahrzeugen) betreffen. 

Parallel zur internen IT-Offensive plant BMW auch die Einführung eines neuen Betriebssystems im neuen Jahr. Mit dem neuen Elektro-SUV iX wird man ein neues Bordbetriebssystem einführen, dass das bisherige BMW OS7 ablösen soll. Das neue System soll dann auch die Softwaregrundlage für alle anderen Modelle werden. Es gibt bisher erst wenige Details, die sich jedoch im Wesentlichen darum drehen, die Features des Konkurrenten Tesla auch in die BMW Welt einzuführen. So will BMW beispielsweise das von Tesla eingeführte Konzept nachahmen, dass die Bedienung des Fahrzeuges im Wesentlichen nur noch über Bildschirme und Sprachanweisungen abläuft. Auch will BMW eine ständige Kommunikation zu den neuen Fahrzeugen aufrechterhalten und die Software fortlaufend aktualisieren. Ein Schritt, der bisher maximal während eines Werkstattaufenthaltes vorgenommen wird. Soweit die guten Nachrichten. Die schlechten Nachrichten kommen von der europäischen Politik.

 

No-Brexit-Deal kann BMW treffen

 

Der Brexit kann sich zum Problem für BMW entwickeln. Bricht Grossbritannien ohne Vertrag aus der EU, ergeben sich insbesondere zollrechtliche Problematiken, die am Ende in einem deutlichen Preisaufschlag für die britischen Kunden münden. Das gilt selbstverständlich für alle Fahrzeuge gleichermassen, die nach Grossbritannien exportiert werden, aber der Zoll orientiert sich am Warenwert, sodass absolut betrachtet die Zollkomponente im Premiumsegment am stärksten für die Kunden sichtbar wird. BMW befürchtet, dass ein Brexit ohne einen Vertrag und damit ohne eine spezielle Zollregelung den Konzern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten kann.

Für BMW ist das britische Premiumsegment sehr wichtig. Es gibt nach Deutschland kein anderes Land weltweit, wo man einen höheren Marktanteil im Premiumsegment aufweist. In Deutschland liegt der Marktanteil bei 27 %, in Grossbritannien bei 26 %. Den nächstgrössten Marktanteil haben die Bayern in Spanien, wo man 14 % des Premiummarktes erobert hat.

Und in Grossbritannien hat BMW schon vor dem Brexit ordentlich Federn lassen müssen. Es gibt kein anderes grosses Land, wo die Auslieferungszahlen derart in den Keller gegangen sind. In den ersten neun Monaten konnte BMW lediglich 118.652 Fahrzeuge in Grossbritannien absetzen nach 177.443 im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Das entspricht einem Einbruch um genau ein Drittel. Auch in anderen Ländern litt BMW. In Deutschland (-14,6 %) und den USA (-24,6 %) lief das Geschäft alles andere als rosig. In China verzeichnet BMW dagegen ein Zuwachs um 6,4 %. Allen Regionen ist natürlich gemeinsam, dass sich das Geschäft vom Tiefpunkt im 1. Quartal graduell immer weiter verbesserte. 

 

BMW AG Stämme

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeBMW wird 2020 mit einer positiver Marge abschliessen. Zwischen 6 und 8 % bewegt sich die Marge bei BMW in normalen guten Jahren, die natürlich gewissen Zyklen unterliegen. In den ersten zwei Quartalen des Jahres unterschritt man dieses Niveau selbstverständlich, aber schon im 3. Quartal sprang die Marge wieder auf 6,7 % und zog die ersten neun Monate damit in den positiven Bereich. Mit 0,3 % nur knapp, aber positiv. Auch das 4. Quartal wird einen starken positiven Beitrag leisten. BMW wird es voraussichtlich schaffen, die Marge für das Gesamtjahr auf 2 bis 3 % zu heben. Der freie Cashflow soll sich auf mehr als 1,5 Mrd. Euro belaufen.

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

18.12.2020 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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