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BÖRSE TO GO - Apple, Intel und die FED

Hohe Erwartungen an die FED

 

FED-Day! Die Institution, der wir die Rallye an den Aktienmärkten zu verdanken haben, wird heute Abend um 20:00 Uhr das Ergebnis ihrer Sitzung bekannt geben. Die Anleger warten mit Spannung darauf, in welchem Umfang die amerikanische Notenbank die Kapitalmärkte weiter stützen wird. Eine weitere Zinssenkung wird nicht erwartet, aber Details zu bereits versprochenen Maßnahmen.

Das „Main Street Lending Program“ ist immer noch nicht aktiviert worden. Während die Wall Street direkt von den ersten Maßnahmen der FED profitiert hat, ist das Programm zur finanziellen Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen immer noch in Planung. Quasi ein KMU-Kreditprogramm. Doch die FED lässt sich erstaunlich viel Zeit, um hier zu helfen, denn KMUs haben in der Regel wesentlich schlechtere Kapitalausstattungen als börsennotierte Unternehmen und brauchen die Finanzierungshilfen daher schneller.

Im Vorfeld der heutigen Sitzung überwogen in New York die Gewinnmitnahmen. Bis auf die Nasdaq beendeten alle wichtigen US-Benchmarks den Präsenzhandel im Minus. Am stärksten traf es den Dow, der -1,09 % tiefer schloss bei 27.272,30 Punkten. Die Nasdaq konnte um 0,29 % auf 9.953,75 Punkte zulegen. 

 

Starker asiatischer Handel

 

Im asiatischen Handel bewegen sich alle wichtigen Futures wieder weit im Plus. Der DAX-Future notiert vorbörslich mehr als 0,7 % im Plus über 12.700 Punkten. Der S&P 500 Future erreicht ein Plus von mehr als 0,5 % und wird über 3.220 Punkten gehandelt. 

Derweil gipfelt die Trash-Rallye an der Wall Street. Vor allem Kleinanleger spekulieren massiv in laufenden Rebound hinein, der sich inzwischen auf 21 Billionen Dollar beläuft. Die „Buy the dip“-Mentalität verbunden mit den neuen Möglichkeiten von Robinhood führen zu sehr seltsamen Blüten. Mit dem Erreichen neuer Allzeithochs an der Nasdaq wird die Auswahl neuer Spekulationen schwierig. 

Inzwischen wird auch bei Konkurspapieren zugegriffen. Titel, wie die bankrotte Hertz Autovermietung, explodieren im Preis, obwohl die Anleihen der Gesellschaft keine Anstalten machen zum Nennwert zu handeln. Da Aktien in einem Konkursverfahren im Rang hinter Anleihen stehen, gehen (Alt-)Aktionäre regelmäßig leer aus, wenn die Anleihegläubiger nicht vollständig bedient werden. 

 

Apple erreicht neue Rekorde

 

Die Marktkapitalisierung von Apple übersteigt in diesen Tagen die des gesamten DAX. Dieser Vergleich macht deutlich, welche Bedeutung die amerikanischen Tech-Unternehmen inzwischen im weltweiten Börsenhandel eingenommen haben.

Gerüchten zufolge will Apple sich endgültig von Intel trennen. In seinen mobilen iOS-Geräten setzt Apple seit eh und je seine hauseigenen Chips ein, die auf der Technologie von ARM beruhen. Einzig und allein die Mac-Produkte werden immer noch mit Intel-Chips ausgestattet. Das ist Apple schon lange ein Dorn im Auge, da die Performance unterdurchschnittlich ist im Vergleich mit den eigenen Chips. Insbesondere die Grafikleistung und der Energieverbrauch haben viel Platz nach oben. Am 22. Juni beginnt die WWDC, die jährliche Entwicklerkonferenz von Apple. Es wäre für Tim Cook der passende Augenblick, um diese wichtige Änderung auf der Keynote-Rede bekannt zu geben. Für Apple wäre das langfristig ein großer Erfolg. Intel könnte dagegen einen Kunden verlieren, der 10 % seines Umsatzes ausmacht. 

 

Weiterer Einbruch in Frankreich erwartet

 

Auf Vormittag erwarten wir heute früh wenige interessante Daten. Heraus sticht nur die Industrieproduktion in Frankreich für den Monat April. Die Prognose geht von einer Kontraktion um -20,0 % aus, nachdem bereits im Vormonat die Produktion um -16,2 % geschrumpft war. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990 gab es nie auch nur einen annähernd vergleichbaren Rückgang. Das absolute Tief lag bis dato bei einem Rückgang um -3,1 % im Oktober 2009.

Kurz vor Börseneröffnung in New York werden um 14:30 Uhr die amerikanischen Verbraucherpreise für den Monat Mai veröffentlich. Für die Kernrate wird ein leichter Rückgang um -0,1 % auf 1,3 % im Jahresvergleich erwartet. Beim vollständigen Verbraucherpreisindex wird ebenfalls ein leichter Rückgang um -0,1 % auf 0,2 % erwartet.

 

Deutscher Exportmotor stottert

 

Der deutsche Außenhandel leidet weit stärker als erhofft. Der Handelsbilanzüberschuss schrumpfte im Monat April auf nur noch 3,2 Mrd. Euro. Der geringste Überschuss seit Januar 2001. 

Den Einbruch der Exporte um 31,1 % kommentierte das Statistische Bundesamt wie folgt: „Exportseitig war dies der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950.“. Bezüglich der Importe, die im April um 21,6 % schrumpften, war es der Monat mit dem größten Einbruch seit Juli 2009. 

 

US-Stellenmarkt schrumpft schnell

 

Die Zahl der offenen Stellen sinkt weiter stark in den USA. Der Indikator signalisiert die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter aufzunehmen und lag in den vergangenen zwei Jahren relativ stabil jeden Monat um rund 7 Mio. Stellen herum. Die Zahl war im März auf 6,011 Mio. Stellen gesunken (revidiert von 6,191 Mio. Stellen) und erreicht nun im April nur noch einen Stand von 5,046 Mio. Stellen. Es ist der tiefste Stand seit Oktober 2015. 

 

10.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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