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BÖRSE TO GO - Apple, Grenke und Hensoldt

Trendloser Handel vor der FED-Sitzung

 

Am Terminmarkt halten sich heute früh alle Beteiligten zurück. Die Börse hatte sich bereits am Montag und Dienstag für einen positiven Ausgang der heutigen FED-Sitzung positioniert. Die Technologiewerte stärker als der Rest, aber insgesamt wird damit gerechnet, dass die amerikanische Notenbank weiterhin alles tun wird, um die Bewertungen am Aktienmarkt künstlich hochzuhalten. Die wichtigsten Futures pendeln während des asiatischen Handels trendlos um die Schlusskurse herum. 

Der deutsche Aktienmarkt litt gestern gleich zum Start unter Gewinnmitnahmen. Bis kurz vor Veröffentlichung des ZEW-Index dominierten die Abgaben, doch die Bullen kamen dann zurück und stabilisierten den Markt. Nicht zuletzt, weil der ZEW-Index ein deutlich positiveres Bild der deutschen Konjunktur zeichnete. Der DAX schloss am Ende bei 13.217,67 Punkten (+0,18 %). Unter den deutschen Benchmarks stach der SDAX hervor, der 0,39 % höher bei 12.448,68 Punkten schloss. Die Aktien der Dr. Hoenle AG (+7,92 %) und Amadeus FiRe (+7,59 %) verzeichneten die stärksten Kursgewinne. 

Nach einem freundlichen Start in New York setzten gestern ebenfalls Gewinnmitnahmen ein. Allerdings reichten die Verkäufe nicht, um die Benchmarks ins Minus zu drücken. Es wurden lediglich die Tagesgewinne gedämpft. Der Dow Jones Industrial Average schloss nahezu unverändert bei 27.995,60 Punkten, während der S&P 500 Index sich um 0,52 % auf 3.401,20 Punkte verbesserte und der Nasdaq Composite Index um 1,21 % auf 11.190,32 Punkte kletterte. 

Der asiatische Präsenzhandel ist uneinheitlich und ohne Trend. Am chinesischen Aktienmarkt sticht der China A50 Index als einziger Gewinner unter den großen Benchmarks hervor mit einem Plus von zwischenzeitlich mehr als 0,65 %. Alle anderen Indizes geben heute ab. Am stärksten sind die Verkäufe beim SZSE Component Index ausgeprägt, der während des Handels bis zu -1,1 % abgibt. Der Nikkei 225 Index pendelt um den Schlusskurs des Vortages herum und der australische ASX 200 steigt während des Handels mehr als 1 % auf über 5.956 Punkte. 

 

Betrug bei Grenke? 

 

Die Grenke-Aktien gerieten gestern in einen scharfen Sell-off. Ein bekannter Short-Seller hatte einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, der sehr schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen enthält. Die britische Viceroy Research listet in einem 64 Seiten langen Dokument Gründe auf, warum und wie Grenke angeblich betrügerisch seine Bilanz aufbläht und unterstellt dem Unternehmen Nähe zur Geldwäsche. 

 

Grenke AG

 

Auf Intraday-Basis fielen die Grenke Aktien mehr als -28 %. Und damit unter die Tiefstkurse vom März. Das Handelsvolumen schoss in die Höhe und die Aktie konnte sich nach dem ersten Schock leicht erholen. Am Ende blieb dann noch ein Tagesverlust von -18,84 % auf 44,64 Euro übrig. Die Aktien hatte ihren Rebound nach den Märztiefs bereits im Juni beendet und drifteten seitdem nach unten. Die Veröffentlichung des Berichts rief in Frankfurt unangenehme Erinnerungen an den Wirecard-Fall wach. Zumal Grenke ebenfalls lange Zeit von EY geprüft wurde und über ein unübersichtliches Franchisesystem verfügt. Die BaFin hat mit Ermittlungen begonnen.

 

Zeichnungsfrist für Hensoldt beginnt

 

KKR bringt das Rüstungsunternehmen Hensoldt an die Börse. Der amerikanische Investor, der sich auf Leverage Buyouts spezialisiert hat, hatte die Sparte 2016 von Airbus gekauft und in ein eigenständiges Unternehmen gewandelt. KKR bezahlte 1,1 Mrd. Euro, die dann wiederum zum großen Teil dem Unternehmen in Form von Darlehen aufgebürdet wurden. Netto hat KKR so nur 100 Mio. Euro bezahlt. An der hohen Verschuldung hat sich bis heute wenig geändert, wenngleich die Bewertung für den Börsengang leicht gestiegen ist. Je nachdem, zu welchem Preis die Aktien emittiert werden, liegt die Marktkapitalisierung bei 1,26 bis 1,58 Mrd. Euro. Im schlechtesten Fall entspräche das einer Performance von 3,6 % pro Jahr für KKR. 

Die Aktien werden ab heute in einer Spanne von 12 bis 16 Euro angeboten. KKR will mindestens 100 Mio. Euro aus dem Börsengang erlösen. Bei hoher Nachfrage kann das Angebot jedoch bis auf 280 Mio. Euro angehoben werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 23. September. Da Hensoldt strategische Bedeutung für die Bundesregierung hat, räumte KKR dem Bund die Option ein, eine Sperrminorität von 25,1 % zu erlangen. 

 

Apple Event ohne Höhepunkte

 

Die Online-Präsentation von Apple verlief perfekt gestylt, aber lieferte keine neuen Impulse für die Wall Street. Da der Start des neuen iPhone 5G wegen Verzögerungen durch Corona auf Oktober verlegt werden musste, präsentierte Apple gestern Abend ausschließlich die anderen Bereiche des Unternehmens, wobei die Apple Watch im Mittelpunkt stand. Mit der Series 6 veröffentlichte das Unternehmen ein weiteres Upgrade, dass sich im Wesentlichen auf die Gesundheit der Kunden konzentriert. Die Uhr verfügte bereits in der letzten Fassung über umfangreiche Möglichkeiten, die Vitalzeichen zu überwachen, von der Messung des Pulses über ein einfaches EKG bis hin zur Schlafanalyse. Mit der Series 6 kommt die Überwachung der Sättigung des Blutsauerstoffs hinzu. Der Grad der Sättigung gibt Auskunft über die Funktionsweise des Herz-Lungenkreislauf, womit sich beispielsweise schon frühzeitig Erkrankungen der Atemwege erkennen lassen oder Probleme mit dem Herzen. In Zeiten des Corona-Virus, der genau an diesem Punkt ansetzt, sicherlich kein schlechtes Verkaufsargument für die neue Apple Watch. 

Die neuen iPads bringen keine Innovationen. Apple frischte das untere Preissegment lediglich mit Leistungssteigerungen auf, brachte aber keine neuen und entscheidenden Features ins Spiel. Was die zahlreichen Dienste von Apple angeht, wie iCloud, Apple tv+, Apple Music, Apple Arcade, Apple News und Apple Fitness+, so wird man noch in diesem Jahr ein Paket anbieten, dass alle wichtigen Dienste bündelt, sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien. Der Kurs der Apple-Aktie schloss nahezu unverändert bei 115,54 US-Dollar.

 

FED-Sitzung am Abend

 

Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve tagt heute und wird um 20:00 Uhr seine Entscheidungen bekannt geben. Die Börse erwartet keine Veränderung des Zinssatzes, aber erhofft sich weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft. Die Pressekonferenz beginnt um 20:30 Uhr. 

Eine Stunde nach Börseneröffnung in New York bekommen wir das wöchentliche Update zu den Rohöllagerbeständen. Die Bestände waren in der vergangenen Woche überraschend um 2,03 Mio. Barrel angestiegen und auch heute wird ein Anstieg um 1,27 Mio. Barrel erwartet. 

 

16.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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