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BÖRSE TO GO - Facebook, Sony und ThyssenKrupp

Streit zwischen FED und Treasury

 

Nach Börsenschluss an der Wall Street entbrannte ein ungewöhnlicher Streit in den USA. Das Finanzministerium unter Leitung von Steven Mnuchin gab bekannt, dass man die wesentlichsten Hilfsprogramme für die Wirtschaft zum 31. Dezember auslaufen lassen wird, obwohl bei Weitem nicht alle Gelder verteilt sind und die Pandemie so schlimm wütet wie noch nie zuvor. Die FED reagierte auf diese Ankündigung mit einer scharfen Zurückweisung, hatte man doch gerade zuvor darauf hingewiesen, dass man mehr Unterstützung von der Administration benötigt, um die Wirtschaft zu stützen. 

Die Futures tauchten mit Beginn des Streits ab und haben sich bisher auch nicht erholt. Vor Eröffnung der Vorbörse in Europa liegen insbesondere die amerikanischen Futures deutlich im Minus. Der Dow-Future wird mehr als -0,7 % im Minus gesehen bei weniger als 29.230 Punkten und der S&P 500 Future liegt mehr als -0,57 % tiefer bei weniger als 3.560 Punkten. Einzig und allein der DAX-Future und der Nasdaq-Future werden unverändert bei 13.073 Punkten und 11.980 Punkten gesehen. Damit könnte sich heute früh der negative Trend von gestern in Frankfurt fortsetzen.

Der Donnerstag begann schon schwach in Frankfurt und es wurde im Verlauf des Tages auch nicht besser. Bis auf den TecDAX verzeichneten alle deutschen Benchmarks Verluste. Angeführt wurde die Liste der Verlierer vom DAX, der um -0,88 % auf 13.086,16 Punkte fiel. Das Bild war von Gewinnmitnahmen bei den Titeln geprägt, die nach der Bekanntgabe des Pfizer-Impftstoffes stark zugelegt hatten. So gab die Münchener Rück -3,36 % auf 236,10 Euro ab und MTU Aero Engines fiel um -2,63 % auf 196,00 Euro. 

 

TecDAX

 

Der TecDAX konnte gegen den allgemeinen Markttrend um 0,54 % auf 3.033,31 Punkte steigen. Die Anleger sammelten Favoriten auf, die in den vergangenen Tagen leicht unter Druck geraten waren. Dazu zählten insbesondere die Aktien von Bechtle (+2,33 %) und die Sartorius-Vorzüge (+1,93 %). 

Die positive Stimmung an der Wall Street hielt bis zum Handelsschluss. Analog zum europäischen Handel waren es auch in den USA die Technologietitel, die stark nachgefragt wurden. Der Nasdaq Composite Index konnte sich deutlich von den anderen Benchmarks absetzen und stieg um 0,87 % auf 11.904,71 Punkte. Der S&P 500 Index verbesserte sich um 0,39 % auf 3.581,87 Punkte und der Dow Jones Industrial Average Index stieg leicht um 0,15 % auf 29.483,23 Punkte. 

 

Facebook unter Druck

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeMit Vehemenz hatte Facebook die jüngste Initiative von Apple attackiert. Mark Zuckerburg hatte in einer groß angelegten Kampagne versucht, die Erhöhung des Datenschutzes für die Nutzer von Apple Geräten zu verhindern. In seinem neuesten Betriebssystemupdate hat Apple die Maßnahmen zur Abwehr von Tracking-Versuchen weiter ausgebaut und neu ein Opt-In Verfahren etabliert, dass die Entwickler von Apps zwingt, eine explizite Erlaubnis zum Sammeln persönlicher Daten einzuholen. Erst wenn der Benutzer dem zustimmt, darf die App einen begrenzten Satz an persönlichen Daten für sich verwerten. 

Eine Verschiebung der Einführung hatte die Gerüchteküche angeheizt. Eigentlich wollte Apple den höheren Datenschutz schon im September einführen, doch die Entwickler-Community forderte mehr Zeit für die Implementierung. Die Verschiebung führte bei Datenschützern zur Sorge, dass Facebook sich letztlich doch durchgesetzt hat. Doch Apple stellte gestern klar, dass der höhere Datenschutz definitiv Anfang 2021 eingeführt wird. Für Facebook ist das ein erhebliches Problem, denn wie kaum ein anderes Unternehmen sammelt man die Daten ihrer Benutzer, um daraus Werbeprofile für ihre Kunden zu erstellen. Und zu den gefragtesten Daten zählen die von Apple Benutzern, da diese im Durchschnitt über eine hohe Kaufkraft verfügen.

 

Sony wird überrannt

 

Die neue Playstation 5 von Sony entwickelt sich Ad-hoc zum Verkaufsschlager. Die Japaner aktualisieren die Konsole selten, was eine Neuauflage so bedeutend macht. Der Vorgänger, die PS4 wurde vor genau sieben Jahren eingeführt und war ein ausgesprochen erfolgreiches Produkt für den Konzern. Entsprechend hoch waren die Erwartungen im Vorfeld. Doch:

Die neue PS5 hat die hohen Erwartungen übererfüllt und sorgte für breite Begeisterung bei den Testern. Aufgrund einer hohen Ausschussquote bei dem hochintegrierten Prozessor des Gerätes gibt es jedoch vor Weihnachten weniger Angebot als ursprünglich angekündigt und erhofft. Entsprechend hoch ist der Nachfrageüberhang und einige Händler haben Schwierigkeiten, dem Ansturm im Netz Herr zu werden, sobald Angebot verfügbar gemacht wird. Die Aktien von Sony haben in diesem Jahr stark zugelegt und konnten jüngst in Tokio die Marke von 9.500 Yen überspringen. Heute schlossen die Papiere bei 9.235 Yen (-0,15 %).

 

ThyssenKrupp tief in der Krise

 

Es ist kein Ende der schlechten Nachrichten bei ThyssenKrupp abzusehen. Nach einem operativen Rekordverlust in Höhe von 5,5 Mrd. Euro muss die neue Vorstandsvorsitzende Merz tiefe Schnitte vollziehen, um den Konzern zu stabilisieren. Das Epizentrum der Probleme liegt im Kerngeschäft. Das Stahlgeschäft hat allein schon -2,7 Mrd. Euro verloren. Auch alle anderen wesentlichen Sparten verzeichnen tiefe Verluste, die aktuell nur durch den Verkaufserlös der Aufzugssparte überdeckt werden. Um der Lage Herr zu werden, weitet der Vorstand seine Restrukturierungsmaßnahmen aus und erhöht die Zahl der zu streichenden Arbeitsplätze von 6.000 auf 11.000. Parallel wird mit der Bundesregierung über Staatshilfen verhandelt, um die Sanierung voranzutreiben. Die Aktien von ThyssenKrupp schlossen bei 4,74 Euro (-3,39 %).

 

Wichtige Quartalsberichte am Freitag: Foot Locker und Sage

 

Tagestermine

 

Der ersten wichtigen Wirtschaftsdaten kommen heute früh aus Deutschland. Um 08:00 Uhr wird der Erzeugerpreisindex für den Monat Oktober veröffentlicht. Den Prognosen zufolge sollen sich die Preise auf Erzeugerebene im Vergleich zum September leicht um 0,1 % gesteigert haben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat soll sich der Rückgang der Preise von -1,0 % auf -0,7 % verringert haben. 

Um 10:00 Uhr bekommen wir wichtige Industriedaten aus Italien. Zum einen die Auftragseingänge der Industrie im Monat September. Eine Prognose liegt nicht vor. Im August waren die Aufträge im Jahresvergleich um 6,1 % gestiegen. Auch die Entwicklung des Industriegüterabsatzes wird veröffentlicht. Hier liegt keine Prognose vor. Im August war der Absatz im Jahresvergleich noch um -3,80 % gefallen. Der Absatztrend ist allerdings positiv. 

Um 19:00 Uhr werden in den USA noch die wöchentlichen Zahlen von Baker Hughes zur Entwicklung der aktiven Bohrlöcher im Land veröffentlicht. Hier war jüngst die Ausbildung eines deutlich positiven Trends festzustellen. Der Zahl der aktiven Bohrlöcher lag zuletzt bei 236. 

 

20.11.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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