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BÖRSE TO GO - adidas, Knorr-Bremse und WeWork

Freude bei den Aktionären - adidas nimmt die Dividendenzahlung wieder auf

 

Der Handel in Asien bleibt durchwachsen. Australien, Hongkong und Taiwan können sich heute früh verbessern, aber der chinesische Aktienmarkt verzeichnete nach einem kleinen Rebound in der ersten Sitzungshälfte nun am Ende wieder Verluste auf ganzer Breite. Japan feiert heute den Geburtstag des Kaisers und die Börse in Tokio blieb entsprechend geschlossen. Die Futures sind eine Viertelstunde vor Eröffnung der europäischen Vorbörse noch positiv. Der DAX-Future notiert 0,28 % höher bei 13.968 Punkten, der S&P 500 Future wird bei 3.887 Punkten (+0,37 %) gesehen und der Nasdaq-Future steigt um 0,51 % auf 13.291 Punkte. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Frankfurt wurde gestern von der Wall Street mit nach unten gezogen. Schon die amerikanischen Futures hatten eine deutlich negative Eröffnung avisiert, wobei sich der Schwerpunkt der Verkäufe auf die großen Technologieaktien bezog. Entsprechend schwach entwickelten sich gestern auch die Benchmarks in Deutschland. Allen voran verlor der TecDAX -1,70 % auf 3.458,87 Punkten. Hier standen die Kursverluste der Aktien von Varta (-10,66 %) und LPKF (-5,67 %) im Vordergrund. Die Analysten hatten sich zuletzt zunehmend negativer über Varta geäußert und waren enttäuscht über die Prognose für 2021.

Der DAX war dagegen mit einem kleinen Minus von -0,31 % der relative Outperformer in Frankfurt. Der Blue Chips Index verzeichnete zum Schluss die geringsten Abschläge und ging bei 13.950,04 Punkten aus dem Rennen. Eine deutliche Erholung zum Tagestief, das bei 13.802,55 Punkten lag. Die Kursgewinne bei Covestro, die um 2,45 % auf 60,10 Euro stiegen, und der Deutschen Bank, die um 2,52 % auf 9,80 Euro kletterten, halfen dem DAX, das Minus zu reduzieren. Mit größeren Abschlägen gingen der SDAX (-1,11 %) und der MDAX (-1,15 %) aus dem Handel.

An der Wall Street standen am Montag die Verluste bei den Technologieschwergewichten im Vordergrund. Die Anleger verabschiedeten sich von den Lieblingen des letzten Jahres. Microsoft gab um -2,68 % auf 234,51 US-Dollar ab, Apple sank um -2,98 % auf 126,00 US-Dollar und Tesla rutschte deutlich um -8,55 % auf 714,50 US-Dollar. Entsprechend den hohen Gewichtungen fiel der Nasdaq Composite Index stark um -2,46 % auf 13.533,05 Punkte, was auch dem Tagestief entsprach. Auch der S&P 500 Index war vom Sell-off im Technologiebereich betroffen und sank um -0,77 % auf 3.876,50 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average Index konnte sich dagegen leicht um 0,09 % auf 31.521,69 Punkte verbessern.

 

adidas zahlt wieder

 

Der Vorstand von adidas kündigte am Montagnachmittag an, dass man die Dividendenzahlung wieder aufnehmen wird. Geplant ist, der Hauptversammlung am 12. Mai eine Dividende in Höhe von 3,00 Euro je Aktie vorzuschlagen. Das entspräche einer Ausschüttungssumme von 585 Mio. Euro und läge damit voraussichtlich über dem Jahresgewinn. Der Vorstand will damit seinen positiven Ausblick auf das laufende Jahr unterstreichen. 

 

adidas AG

 

Corona ist abgehakt. Nach einem anfänglichen Einbruch des Umsatzes hatte der adidas Konzern die hohen Liquiditätslücken mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau und mehreren Anleiheemissionen am Kapitalmarkt gefüllt und die Vertriebsstrukturen schnell umgestellt. Mit großem Erfolg. Schon im Herbst konnte man den KfW-Kredit in Höhe von 500 Mio. Euro zurückzahlen und war somit in seiner Entscheidung frei, ob man den Aktionären für 2020 eine Dividende auszahlt. Die ursprünglich geplante Dividende in Höhe von 3,85 Euro je Aktie für 2019 musste im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Krise gestrichen werden. 

 

Knorr-Bremse erreichte die eigenen Prognosen

 

Das Jahr 2020 war herausfordernd für Knorr-Bremse. Dennoch kommt man zu einem positiven Abschluss. Die eigene Umsatzspanne von 5,9 bis 6,2 Mrd. Euro wird man laut Aussage des Vorstandes erreichen. Voraussichtlich wird der Umsatz am oberen Ende der Spanne liegen, womit man gut -10 % unter dem Niveau von 2019 liegen würde. Bei der EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) rechnet das Unternehmen sogar damit, dass man die eigene Prognosespanne von 16,5 bis 17,5 % übertreffen wird. Eventuell erreicht das Unternehmen sogar wieder das Niveau von 2019. Heraus stellte der Vorstand den freien Cashflow von 0,7 Mrd. Euro und ein positives Ergebnis in beiden Divisionen, ohne jedoch weitere Details zu geben. Die Börse rechnet beim Ergebnis mit einem Rückgang im Vergleich zu 2019.

Mehr als die Eckdaten zum Geschäftsjahr legte Knorr-Bremse nicht vor. Den vorläufigen Bericht zum 4. Quartal wird man am 04. März im Rahmen der Jahrespressekonferenz veröffentlichen. Dann will man auch einen Ausblick auf 2021 wagen. 

 

WeWork sucht erneut den Weg an die Börse

 

Nach dem spektakulär gescheiterten Börsengang in 2019 versucht WeWork es erneut. Der Mehrheitsaktionär Softbank ist mit der SPAC (Special Purpose Acquisition Company) BowX im Gespräch, um WeWork ein schnelles Listing zu ermöglichen. Die Mantelgesellschaft wurde von zwei Tibco Software Managern gegründet und wird von Bow Capital, einer Venture Capital Firma, unterstützt. Beim Börsengang hatte BowX 420 Mio. US-Dollar eingenommen und erörtert mit der japanischen Softbank, zu welcher Bewertung man mit WeWork fusionieren kann. WeWork war auf dem Höhepunkt der Euphorie in 2019 mit bis zu 47 Mrd. US-Dollar bewertet worden, konnte dann aber seine Aktien nicht einmal platzieren, nachdem man die Bewertung zum IPO auf 10 Mrd. US-Dollar reduziert hatte. Dieses Niveau ist nun als Bewertungsziel im Gespräch. Die Gesellschaft ist allerdings immer noch defizitär, trotz umfangreicher Restrukturierungen. 

 

Tagestermine

 

Um 11:00 Uhr erwarten wir heute die finale Lesung der Inflationsrate für die Euro-Zone im Januar. Die vorläufigen Zahlen hatten bereits einen starken Anstieg im Jahresvergleich von -0,3 % auf +0,9 % signalisiert. Die Ökonomen erwarten heute keine Veränderung im Vergleich zur vorläufigen Indikation. 

Am Nachmittag stehen um 16:00 Uhr zwei wichtige Termine an. Zum einen wird das Conference Board den Index des Verbrauchervertrauens für Februar veröffentlichen. Nach einem Stand von 89,3 Punkten im Januar wird ein Anstieg auf 90,0 Punkte im Februar erwartet. Zum anderen wird der FED-Vorsitzende Jerome Powell um diese Uhrzeit mit seiner Stellungnahme gegenüber dem Kongress beginnen. Normalerweise ist die Stellungnahme ein Non-Event, aber angesichts der steigenden Inflationsgefahr wird die Wall Street die Aussagen von Powell genau prüfen. 

 

23.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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