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BÖRSE TO GO - Daimler, Volkswagen und der ifo-Geschäftsklimaindex

Volkswagen an Europcar interessiert

 

Die Anleger wollen es noch einmal wissen. Weitere 1.000 Punkte will man im DAX in den kommenden Wochen machen. Das Ziel lautet 13.500 Punkte. Der Handel am Dienstag stand mit einem Gewinn von 2,13 % auf 12.523,76 Punkte im DAX ganz im Zeichen der Risk-On Rallye und auch heute früh setzt der DAX-Future im asiatischen Handel seine Gewinnstrecke mit einem Plus von mehr als 0,2 % fort. 

Die US-Futures stützen den positiven Trend in der Frühbörse. Alle wichtigen US-Benchmarks notieren im Plus, wenn auch nur leicht, nachdem die gestrige Präsenzbörse mit Gewinnen beendet wurde. Die Benchmarks wurden von Technologieaktien nach oben geführt. Der Nasdaq Index stieg um 0,74 % auf 10.131,37 Punkte. 

 

DAX

 

Der Handel in Asien verlief dagegen heute früh sehr gemischt. Die meisten Benchmarks bewegten sich um die Vortagesschlusskurse herum. Der Nikkei 225 Index tendierte leicht im Minus, während der China A50 Index um mehr als 0,30 % zulegen konnte.

 

Daimler steht ohne Betriebssystem dar

 

Während der Konkurrent Tesla früh die Bedeutung eines eigenen Auto-Betriebssystem erkannt hatte, dümpelten die Anstrengungen in Deutschland lange vor sich hin. Niemand auf Vorstandsebene nahm das Thema ernst. Volkswagen vollzog vergangenes Jahr eine Kehrtwende und treibt seitdem „vw.os“ mit einem großzügigen Budget voran. Von BMW ist überhaupt nichts zu hören und Daimler bastelt an der „Vision“ von „mb.os“ herum, hat aber offensichtlich nichts Konkretes vorbereitet. 

Die Entwicklungslücke bei Daimler ist so groß, dass man nun ein Betriebssystem einkauft. Die Wahl ist auf Nvidia gefallen. Der US-Konzern, der vor allem für seine Grafikchips berühmt geworden ist, soll bis 2024 Computer liefern, die bei Daimler verbaut werden. Die Hard- und Softwareplattform ist jedoch nur lizenziert und auch nicht exklusiv. Dass Daimler die Lufthoheit über die eigene Bord-Software abgibt, wird langfristig zu Problemen führen, denn die zukünftigen PKW-Generationen werden sich zunehmend durch die Software differenzieren und immer weniger über die Hardware, die generischer werden wird. 

 

VW schlägt bei Europcar zu

 

Nach dem Konkurs von Hertz stand die Zukunft von Europcar in den vergangenen Wochen lange in den Sternen. Die Autovermietungskette war bereits mit einer schwachen Bilanz in die Corona-Krise gegangen und der ausbleibende Cashflow belastete das Unternehmen sehr stark. Eine Insolvenz wird von vielen Seiten erwartet. Umso interessanter ist die heutige Meldung, dass Volkswagen in Gesprächen mit Europcar steht, um die Autovermietung zu übernehmen und damit im Grunde zu retten. Europcar ist für Volkswagen auch kein Unbekannter. 

Volkswagen hatte Europcar im Jahr 2006 an Eurazeo verkauft. Die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Paris hatte seinerzeit mehr als 3 Mrd. Euro auf den Tisch gelegt. Diese Summe werden die Franzosen zum jetzigen Zeitpunkt kaum erwarten dürfen. Allerdings hat mit Apollo Global auch eine Private-Equity Gesellschaft Interesse an Europcar angemeldet, was den Preis für Europcar in die Höhe treiben könnte. 

 

IFO-Tag

 

Im Mittelpunkt steht heute Vormittag die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Juni. Der Index gilt an der Börse als Frühindikator und wird monatlich unter mehr als 7.000 Unternehmen aus allen wichtigen Branchen erhoben. Der Index erreichte im April ein Allzeittief bei 74,3 Punkten, verbesserte sich wieder im Mai auf 79,5 Punkte und für Juni wird nun ein Stand von 85,0 Punkten erwartet. Die Prognose stimmt überein mit den positiven Aussagen, die wir bereits gestern vonseiten der Einkaufsmanagerindizes bekommen haben. 

 

Optimistischer Ausblick für Deutschland

 

Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland fielen ausgesprochen positiv aus. Der Gesamtindex stieg im Juni danach von 32,3 Punkten auf 45,8 Punkte. Das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor erwarten damit im Aggregat immer noch eine Kontraktion, aber es sind weit weniger Unternehmen als noch vor einem Monat. Das Momentum ist stark und positiv. 

 

Starker US-Immobilienmarkt

 

Die Zahlen aus den USA sind überraschend positiv. Für den Mai wurden 676.000 verkaufte Neubauten (+16,6 %) gemeldet, was nicht nur über der Prognose (640.000) lag, sondern auch weit über dem Niveau des Vormonats, als 580.000 neue Einfamilienhäuser verkauft wurden. 

 

Ölmarkt dominiert den Nachmittag

 

Nach Eröffnung der Wall Street werden wir um 16:30 Uhr die jüngsten Zahlen vom Ölmarkt bekommen. Im Mittelpunkt steht die wöchentliche Entwicklung der Rohöllagerbestände, die einen Rückschluss auf die wirtschaftliche Aktivität in den USA gibt. In der Vorwoche war der Bestand unerwartet um 1,215 Mio. Barrel gestiegen. Auch heute wird ein Anstieg erwartet, allerdings nur um 0,299 Mio. Barrel. 

 

24.06.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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