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BÖRSE TO GO - AMD, ams und BASF

Warten auf die FED

 

Keine positive Tendenz bei den Futures. Die meisten Benchmarks notieren nahezu unverändert um den Schlusskurs herum. Lediglich der Dow-Future reißt etwas aus und liegt vorbörslich knapp -0,3 % im Minus bei 26.220 Punkten. Der DAX-Future ist unverändert. Der DAX wird zur Eröffnung leicht im Minus bei 12.769 Punkten gesehen. 

Der Tag wird von der Entscheidung der US-Notenbank dominiert werden. Im Vorfeld der heutigen Pressekonferenz um 20:00 Uhr ist mit einem ruhigen Handel zu rechnen. Die Anleger warten weniger auf die Zinsentscheidung. Die FED hatte den Dollar-Leitzins auf 0,00 bis 0,25 % gesenkt und avisiert, dass man keine negativen Zinsen einführen wird. Da sich die USA in einer Rezession befinden, ist eine Zinserhöhung ausgeschlossen, was den Zins auf dem aktuellen Niveau festnagelt. Die Wall Street wird sich daher dem Thema zuwenden, in welcher Form und welchem Ausmaß die Notenbank in Zukunft die Zinsstrukturkurve und die Volatilität am Aktienmarkt kontrollieren wird.

 

DAX

 

Frankfurt schloss Dienstag schwächer. Der DAX konnte sich knapp auf dem Niveau des Schlusskurses vom Montag halten. Der Schlussstand betrug 12.835,28 Punkte. Der TecDAX (-0,46 %) und der SDAX (-0,50 %) gaben jedoch ab. Einzig und allein der MDAX konnte gegen den Trend um 0,51 % auf 26.748,04 Punkte steigen. Das Index-Schwergewicht Airbus konnte am Dienstag um 3,13 % steigen. Die Performance-Liste führten die Aktien von Aroundtown (+4,40 %) an. 

Die Wall Street schloss einheitlich im Minus. Der Dow gab -0,77 % auf 26.379,28 Punkte ab, der Russell 2000 Index verlor -1,00 % auf 1.469,76 Punkte und der Nasdaq Composite Index sank um -1,27 % auf 10.402,09 Punkte. 

Die Gewinne am chinesischen Aktienmarkt strahlen heute auf den asiatischen Handel ab. Der SZSE Component Index zählt erneut zu den größten Gewinnern und lag zeitweise mehr als 1,85 % vorne. Der japanische Nikkei 225 Index zählt im asiatischen Handel zu den wenigen Leitindizes, die deutlich im Minus notieren. Der Index notierte zeitweise mehr als -1 % im Minus bei 22.430 Punkten. 

 

Wintershall DEA belastet BASF Ergebnis

 

Die Wertberichtigung auf Wintershall DEA belastete das 2. Quartal bei BASF sehr. Der Chemiekonzern gab heute früh einen Verlust nach Steuern von -878 Mio. Euro bekannt. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um -12 % auf 12,7 Mrd. Euro und das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) sank um -88 % auf 59 Mio. Euro. Exklusive der Sondereffekte betrug es 226 Mio. Euro (-77 %). Vor Steuern wies BASF einen Verlust von -923 Mio. Euro aus. 

Eine Prognose für 2020 will BASF weiterhin nicht wagen. Man signalisierte jedoch, dass das EBIT vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des 2. Quartals 2020 liegen wird, da der August saisonal bedingt ein schwacher Monat ist und die Nachfrage insgesamt verhalten ist. Die Aktien von BASF notieren vorbörslich (L&S) bei 50,50 Euro (-2,46 %).

 

ams: gemischte Bilanz

 

Das Umsatzwachstum von ams schwächte sich im 2. Quartal ab. Mit einem Gruppenumsatz von 460,3 Mio. US-Dollar lag der Hersteller für Sensorlösungen -8 % unter dem 1. Quartal 2020, aber 13 % über dem Vorjahresquartal. Auf Sicht der ersten sechs Monate konnte ams den Umsatz um 22 % auf 960,9 Mio. US-Dollar steigern. Inklusive der erheblichen Kosten für die Übernahme von Osram ergab sich für das 2. Quartal nur noch ein Gewinn von 5,9 Mio. US-Dollar nach 24,7 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das 1. Halbjahr ergab sich ein Netto-Verlust von -9,8 Mio. US-Dollar. Bereinigt um die Akquisitionskosten und den Aufwand für aktienbasierte Vergütungen kommt ams auf einen Netto-Gewinn von 82,2 Mio. US-Dollar im 1. Halbjahr, gegenüber 70,2 Mio. US-Dollar in der Vorjahresperiode.

ams prognostiziert für das 3. Quartal einen Umsatz von 530 bis 570 Mio. US-Dollar. Im Schnitt würde das einem Wachstum von 20 % entsprechen. Bei der bereinigten EBIT-Marge avisierte das Unternehmen eine Spanne von 21 bis 24 %, was über dem Niveau des 2. Quartals liegen würde. Die Aktien von ams notieren vorbörslich (L&S) bei 15,375 Euro (+2,48 %).

 

Starke Zahlen von AMD

 

AMD konnte die Erwartungen der Wall Street schlagen. Der Chiphersteller legte für das 2. Quartal einen Umsatz von 1,93 Mrd. US-Dollar, einen operativen Gewinn von 173 Mio. US-Dollar und einen Netto-Gewinn von 157 Mio. US-Dollar vor. Auf verwässerter Basis entspricht das einem Gewinn von 0,13 US-Dollar je Aktie. Im Jahresvergleich entspricht der Umsatzzuwachs einem Plus von 26 %. Der Gewinn kletterte um 349 %. Der Zugewinn entsprang im Wesentlichen aus Rekordverkäufen von Chips für Notebooks und Server. 

 

AMD

 

Der Ausblick für das laufende Quartal war noch besser. Das Management kündigte eine Umsatzprognose von 2,55 Mrd. US-Dollar, plus / minus 100 Mio. US-Dollar, an. Das würde einem jährlichen Wachstum von 42 % und einem sequenziellen Wachstum von 32 % entsprechen. Nachbörslich explodiert die Aktie. Der Kurs stieg um 6,99 Dollar (+10,34 %) auf 74,60 US-Dollar. Ein neuer Allzeitrekord für die AMD-Aktie. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Mittwoch: Barclays, Boeing, Deutsche Bank, Deutsche Börse, DIC Asset, DWS Group, Enel, General Electric, General Motors, GlaxoSmithKline, Koenig & Bauer, OMV, Osram, PayPal, Puma, Qualcomm, Rio Tinto, Sanofi, Santander, 

 

Um 10:00 Uhr wird der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für die Schweiz bekannt gegeben. Eine Prognose für den Monat Juli liegt nicht vor. Im Juni lag der Index bei 48,7 Punkten. Einer der höchsten Indexstände der vergangenen 10 Jahre.

 

US-Wirtschaftsdaten im Fokus

 

Nach Öffnung der Wall Street erwarten wir am Nachmittag die wichtigsten Wirtschaftsdaten des Tages. Um 16:00 Uhr bekommen wir den Index der schwebenden Hausverkäufe in den USA. Nach einem Indexstand von 99,6 Punkten im Mai soll die Zahl der schwebenden Hausverkäufe im Juni um 15 % gestiegen sein. 

Eine halbe Stunde später werden die aktuellen Rohöllagerbestände veröffentlicht. In der vergangenen Woche waren die Bestände überraschend angestiegen und auch noch deutlich auf 4,89 Mio. Barrel. Für diese Woche erwartet die Börse nur einen leichten Anstieg um 0,36 Mio. Barrel.

 

Schwaches US-Verbrauchervertrauen

 

Die Zahlen des Conference Board enthielten keine positive Überraschung. Der Index des Verbrauchervertrauens sank im Juli deutlich von 98,3 Punkten auf 92,6 Punkte. Angesichts der starken Ausbreitung von Covid-19 in den südlichen Bundesstaaten der USA war ein Rückgang erwartet worden, allerdings nur auf 94,5 Punkte. Der Index ist wichtig, da zwischen 66 und 70 % des US-BIP vom Konsum der Verbraucher abhängt. 

 

29.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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