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BÖRSE TO GO - Amazon.com, Apple und Continental

Starke Verluste im vorbörslichen Handel

 

Der Handelstag beginnt tiefrot. Nachdem am gestrigen Abend die wichtigsten Technologieunternehmen an der Wall Street berichtet haben und die Anleger nicht begeistern konnten, liegen die wichtigsten Futures heute früh im asiatischen Handel stark im Minus. Angeführt wird die Riege vom Nasdaq-Future, der mehr als -2,5 % im Minus liegt, bei weniger als 11.060 Punkten. Auch der S&P 500 Future wird mehr als -2,1 % tiefer gepreist und liegt unter 3.235 Punkten. Der DAX-Future verliert ebenfalls stark und und sinkt um mehr als -1,7 % auf weniger als 11.380 Punkte. 

Die Verkäufe sind auch im Zusammenhang mit der bevorstehenden Präsidentschaftswahl in den USA zu sehen. Am kommenden Dienstag ist der letzte Tag, an dem Stimmen für den neuen Präsidenten und viele Senatssitze abgegeben werden können. Die Wall Street hofft, dass noch in der Nacht auf den 4. November ein Gewinner feststeht, aber aufgrund der Rekordbeteiligung der Wähler und einem starken Anstieg der Briefwahlen wird es mehrere Tage dauern, bis alle Stimmen ausgezählt sind. Diese Unsicherheit sorgt für ein steigendes Niveau von Absicherungen in den Portfolios, was die Kurse drückt. 

 

Nasdaq Composite Index

 

Der gestrige Handelstag verlief sehr positiv. Vor allem an der Wall Street ergaben sich im Vorfeld der nachbörslichen Quartalsberichte hohe Kursgewinne. Der Nasdaq Composite Index beendete den Handel am Donnerstag mit einem Plus von 1,64 % auf 11.185,59 Punkte und der S&P 500 Index stieg um 1,19 % auf 3.310,11 Punkte. 

Auch die Sitzung in Frankfurt verlief überwiegend positiv. Der DAX erholte sich leicht und beendete den Handel mit einem kleinen Plus von 0,32 % auf 11.598,07 Punkte. Der SDAX stieg sogar um 0,73 % auf 11.539,62 Punkte. 

 

Amazon.com prognostiziert Rekordquartal

 

Amazon kündigte gestern Abend an, dass das Weihnachtsquartal schwierig wird. Nicht, weil man weniger Umsatz erwartet, sondern weil man sich sorgt, dass man nicht alle Aufträge der Kunden rechtzeitig zum Weihnachtsfest bedienen kann. Der CFO Brian Olsavsky avisierte, dass die Umsatzmarke von 100 Mrd. US-Dollar problemlos überwunden werden wird. Man rechnet intern mit einer Spanne von 112 bis 121 Mrd. US-Dollar, was ein Allzeitrekord für Amazon wäre. Beim Gewinn nach Steuern gab Olsavsky jedoch eine sehr breite Spanne an, die der Wall Street nicht gefiel. Die Prognose lautet auf einen Gewinn zwischen 1 und 4,5 Mrd. US-Dollar. Die Anleger hatte sich jedoch auf einen Gewinn von mehr als 5 Mrd. US-Dollar eingestellt und verkauften die Aktien nachbörslich. Der Aktienkurs von Amazon war im regulären Handel um 1,52 % auf 3.211,01 US-Dollar gestiegen und sank nach den Zahlen nachbörslich um -1,78 % auf 3.154 US-Dollar. 

Im abgelaufenen 3. Quartal lieferte Amazon einen Netto-Gewinn von 6,3 Mrd. US-Dollar ab. Im Vergleichsquartal 2019 lag die Kennzahl bei 2,1 Mrd. US-Dollar. Damit schlug Amazon die Erwartungen der Wall Street um 71 %. Der Umsatz erreichte schon im abgelaufenen Quartal ein Niveau von 96,1 Mrd. US-Dollar, was ebenfalls deutlich über den Erwartungen lag. Zu dem starken Ergebnis trug unter anderem AWS bei. Die Cloud-Erlöse verbesserten sich um 29 %, was im Einklang mit früheren Wachstumsraten lag. Azure, das Konkurrenzprodukt von Microsoft, wuchs allerdings im abgelaufenen Quartal um 48 %.

 

Apple enttäuschte

 

Formal gesehen gibt es an den Zahlen von Apple nichts auszusetzen. Die Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt einen Umsatz von 64,0 Mrd. US-Dollar für das 4. Fiskalquartal erwartet. Apple lieferte 64,7 Mrd. US-Dollar ab. Ein neuer Rekord. Die Zusammensetzung des Umsatzes unterschied sich deutlich vom Vorjahresquartal, da der Verkaufsstart des iPhone 12 erst im 1. Fiskalquartal beginnt. Während sich die iPhone-Umsätze im Vorjahresquartal auf 33,4 Mrd. US-Dollar beliefen, waren es in diesem Quartal 26,4 Mrd. US-Dollar. Aber die zusätzlichen iPhone-Umsätze sind natürlich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. 

 

Apple Inc.

 

Die Aktien fielen nachbörslich um -4,21 % auf 110,47 US-Dollar. Die Anleger zeigten sich enttäuscht, dass Apple keine Prognose für das laufende 1. Fiskalquartal vorlegte, das das mit Abstand wichtigste Quartal für das Unternehmen im Jahr ist. Der Finanzvorstand Maestri betonte, dass die Covid-19 Situation eine genaue Prognose nicht zulässt. Man sei aber zuversichtlich, dass das Umsatzniveau des Vorjahres geschlagen wird. Apple hatte im 1. Fiskalquartal 2019 insgesamt 91,8 Mrd. US-Dollar erlöst. Es gab jedoch noch zwei Wermutstropfen im gestrigen Bericht: Der Gewinn nach Steuern fiel um -7,4 % auf 12,7 Mrd. US-Dollar und die Umsätze in China lagen -28,6 % tiefer bei 7,9 Mrd. US-Dollar.

 

Continental verliert Unternehmensspitze

 

Dr. Degenhart geht. Der Zulieferer Continental gab gestern Abend bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende mit sofortiger Wirkung das Unternehmen verlassen wird. Dem offiziellen Statement zufolge hat Herr Dr. Degenhart, der Continental seit Mitte 2009 geführt hat, den Aufsichtsrat um sofortige vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten, der bis August 2024 läuft. Als Grund wurde eine unmittelbar notwendige, gesundheitliche Vorsorge genannt.

Für das Unternehmen ist der Abgang von Dr. Degenhart ein harter Schlag und kommt zur Unzeit. Continental stehen schwierige Geschäftsjahre bevor, die einen umfangreichen Umbau des Konzerns erfordern. Der Strukturwandel in der Automobilbranche muss gleichzeitig zu den laufenden Kapazitätsverringerungen umgesetzt werden. Als designierter Nachfolger für Dr. Degenhart ist schon seit längerem Nikolai Setzer im Gespräch, der dem Automotive Board vorsteht. Die Aktien von Continental werden vorbörslich (L&S) bei 88,87 Euro gehandelt. 

 

Tagestermine

 

Das vorläufige Bruttoinlandsprodukt von Frankreich wuchs im 3. Quartal um 18,2 % und schlug damit die Prognose (15,4 %). Die starke Erholung ist im Zusammenhang mit dem starken Einbruch im 2. Quartal zu sehen, als die französische Wirtschaftsleistung um -13,8 % gefallen war. 

Um 08:00 Uhr erwarten uns die deutschen Einzelhandelsumsätze. Für den Monat September wird mit einem Wachstum im Jahresvergleich von 6,6 % gerechnet, nach einer Zuwachsrate von 3,7 % im August. Die Einzelhandelsumsätze für die Schweiz erwarten wird dann eine halbe Stunde später. Eine Prognose für September liegt nicht vor. Im August lag die Rate bei 2,5 %.

Um 09:00 Uhr wird der wichtige KOF Frühindikator veröffentlicht. Der Index signalisiert die Richtung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz. Der KOF lag im September bei 113,8 Punkten und die Prognosen gehen von einem Index-Stand von 107,0 Punkten im Oktober aus. 

Um 10:00 Uhr wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal bekannt gegeben. Die Prognosen gehen von einem Wachstum von 7,3 % aus nach einem Einbruch im 2. Quartal um -9,7 %.

 

30.10.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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