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Trotz mauer Neuigkeiten und bescheidenen Aussichten konnte Mercedes-Benz sich am Freitag an die DAX-Spitze setzen

Offenbar rechneten die Anleger bei Mercedes-Benz noch mit Schlimmerem

NTG24 - Trotz mauer Neuigkeiten und bescheidenen Aussichten konnte Mercedes-Benz sich am Freitag an die DAX-Spitze setzen

 

Die Stimmung der Anleger ließ vor dem Wochenende allgemein eher zu wünschen übrig. Zu sehen gab es allerlei rote Vorzeichen und insbesondere aus dem Autosektor fehlt es weiter an guten Neuigkeiten. Solche konnte auch Mercedes-Benz leider nicht beisteuern. Im Gegenteil: die Schwaben lieferten zuletzt enttäuschende Absatzzahlen ab, was die Anteilseigner aber nicht weiter zu stören scheint.

Konkret berichtete Mercedes-Benz (DE0007100000), im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Pkws und Vans verkauft haben zu können, was einem Rückgang von vier Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht. Abwärts ging es in fast allen Bereichen. Lediglich in Nordamerika blickte der Autobauer noch auf Wachstum und vor allem die Mittelklasse war noch gefragt. Ansonsten gab es aber vornehmlich sinkende Trends zu sehen, und das insbesondere bei Elektroautos.

 

 

 

Davon verkaufte Mercedes-Benz im Jahr 2024 noch 185.100 Exemplare und damit 23 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Schmerzhaft ist das mit Blick auf sinkende CO2-Grenzwerte in Europa. Die Autobauer sind darauf angewiesen, mehr Elektroautos zu verkaufen, um so die CO2-Emissionen ihrer Verbrenner kompensieren zu können. Gelingt dieses Kunststück nicht, drohen hohe Strafzahlungen. Mercedes-Benz reagierte bereits, indem der eigenen Fahrzeugpool mit der mittlerweile rein elektrischen Tochter Smart zusammengelegt wurde. Ob dies ausreicht, um die EU-Kommission zu befrieden, bleibt abzuwarten.

 

China bleibt für Mercedes-Benz ein Sorgenkind

 

Gefragter als in Europa sind Elektroautos derzeit in China, wo Mercedes-Benz allerdings auch unter Druck gerät. Die letztlich schwachen Absatzzahlen begründet das Unternehmen explizit mit den Marktbedingungen in China, sieht aber auch bei einer schwachen Nachfrage nach margenstarken Luxusmodellen einen wesentlichen Faktor. In diesem Segment verkaufte man im letzten Jahr 14 Prozent weniger Fahrzeuge.

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Das schlägt sich selbstredend auf die Marge nieder, bei der Mercedes-Benz zuletzt noch 7,5 bis 8,5 Prozent in Aussicht stellte. Im Vergleich zu manchem Konkurrenten wirkt das im ersten Moment zwar noch ordentlich. Vor drei Jahren schrieb man sich aber noch auf die Fahne, im Jahr 2025 die bereinigte Marge auf bis zu 14 Prozent steigern zu können. Selbst in einem Worst-Case-Szenario hätten acht Prozent eigentlich nicht unterschritten werden sollen.

Verglichen mit Aussagen aus der Vergangenheit befindet sich Mercedes-Benz also irgendwo im Keller oder vielleicht sogar noch ein Stockwerk tiefer. Aus Anlegersicht gibt es da wenig zu feiern. Dennoch konnte die Mercedes-Benz-Aktie am Freitag um 3,7 Prozent bis auf 55,04 Euro zulegen und damit an die Spitze des DAX vorpreschen. Das spricht dafür, dass die Aktionäre letztlich noch sehr viel schlimmere Absatzzahlen erwarteten.

 

Ist die Wende in Sicht?

 

Dass die Verkäufe weniger stark eingebrochen sind, befeuert natürlich Hoffnungen darauf, dass Mercedes-Benz die Talsohle hinter sich gelassen haben könnte. Das bleibt für den Moment allerdings erstmal eine reine Spekulation. Zudem wirkt die Aktie auch nach dem kleinen Kurssprung aus der vergangenen Woche weiterhin angeschlagen. Auf Jahressicht ging es um rund zehn Prozent abwärts; seit den Höchstständen aus dem vergangenen Frühjahr ging es sogar um fast 30 Prozent in die Tiefe.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenGrund zum Feiern gibt es bei Mercedes-Benz noch nicht. Der Konzern steht 2025 weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Absätze von Elektroautos müssen dringend wieder steigen und bei den Margen fordern die Aktionäre mittelfristig eine deutliche Verbesserung zu den derzeitigen Prognosen. Mit Sparmaßnahmen kann die schwierige Lage zwar etwas abgemildert werden. Allerdings kommt Mercedes-Benz nicht umhin, in den Wachstumskanal zurückzukehren, um die Börsianer bei der Stange halten zu können. Solange es also an klaren Signalen für eine Trendwende fehlt, bleibt die Aktie eine problematische Angelegenheit und spontane Kurssprünge bergen das Risiko schneller Gewinnmitnahmen.

 

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13.01.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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