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Nike enttäuscht die Wall Street

Nike wird nachbörslich abgestraft - Lieferengpässe drücken auf den Kurs

NTG24 - Nike enttäuscht die Wall Street

 

Die Wall Street zeigte sich enttäuscht von den Nike-Zahlen. Doch was steckt wirklich dahinter und wo kann sich die Situation verbessern? 

Nike (US6541061031) legte ein starkes Quartal vor, dass jedoch nicht die hohen Erwartungen der Wall Street erreichte. Mit einem Umsatzplus im Jahresvergleich von 16 % auf 12,2 Mrd. US-Dollar beendete der Sportartikelhersteller das 1. Fiskalquartal. Die Analysten hatten sich im Vorfeld jedoch auf mindestens 12,5 Mrd. US-Dollar eingeschossen und an der Börse hatten die Anleger ein stärkeres Wachstum eingepreist. Nike hatte im regulären Handel 1,36 % höher bei 159,58 US-Dollar geschlossen und wurde dann nachbörslich abverkauft. Der nachbörsliche Handel schloss bei 153,00 US-Dollar (-4,12 %). 

Das schwächere Umsatzwachstum resultierte jedoch nicht aus einer Nachfrageschwäche. Ganz im Gegenteil. Nike hatte und hat immer noch Probleme, die Sportartikel schnell genug aus den Produktionsländern in die Absatzmärkte zu transportieren. Probleme bereitet vor allem das Produktionsland Vietnam, wo steigende Covid-19-Infektionsraten zu einer Ausweitung der Lockdowns geführt hat und somit auch den Produktionsausstoss für Nike reduziert hat. Aktuell hat das Unternehmen 10 Produktionswochen allein in Vietnam verloren. Eine Verbesserung der Situation wird nicht vor Oktober erwartet. 

Die Analysten schauten daher nach Vorlage der Zahlen vor allem auf den Lagerbestand. Normalerweise ist man bei einem Einzelhändler darauf bedacht, dass sich dieser nicht zu stark ausweitet. Aufgrund der hohen Nachfrage signalisiert der Lagerbestand jedoch, wie viel Nike voraussichtlich im 2. Fiskalquartal - dem wichtigsten des Jahres für das Unternehmen - bei den Kunden absetzen kann. Die Erwartungen liefen hier im Vorfeld Richtung 7,5 Mrd. US-Dollar, aber zum Quartalsende lag der Lagerbestand „nur“ bei 6,7 Mrd. US-Dollar. 

 

Nike kann die Nachfrage nicht schnell genug bedienen

 

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Werbebanner DenkworkAbgesehen von den Lockdowns und Covid-19-Massnahmen wird Nike auch noch durch die gestiegenen Logistikkosten belastet. Einige Routen aus Asien nach Nordamerika erreichen in diesen Tagen die höchsten jemals gemessenen Kosten für Fracht. Ein Faktor, den Nike auf die Endkundenpreise umlegen oder auf Marge verzichten muss. Damit der schlechten Nachrichten nicht genug: Auch die Dauer der Verschiffung ist stark gestiegen. Aktuell dauert es 80 Tage, bis die Produkte bei Nike im Lager ankommen, was doppelt so lange ist wie sonst üblich. 

Ein Weg, um die Kosten intern zu senken, ist die Steigerung des Direktvertriebs. Nike gehörte zu den ersten Sportartikelherstellern, die angekündigt hatten, dass man in Zukunft bis zu 50 % des Umsatzes digital erlösen will. Hier machte Nike weitere Fortschritte und liess die Direktvertriebsumsätze im 1. Fiskalquartal noch einmal um 28 % auf 4,7 Mrd. US-Dollar steigen. 

 

Nike Inc.

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeTrotz der zahlreichen Belastungen schaffte es Nike, die Rohertragsmarge zu steigern. Was beeindruckend ist angesichts der zahlreichen Herausforderungen. Konkret stieg sie im Jahresvergleich von 44,8 % auf 46,5 %. Entsprechend stieg der Rohertrag überdurchschnittlich um 20 % auf 5,7 Mrd. US-Dollar. Nach Steuern weist Nike sogar ein Gewinnwachstum von 23 % auf 1,87 Mrd. US-Dollar bzw. 1,16 US-Dollar je Aktie aus. Die Dividende wird 0,275 US-Dollar je Aktie betragen. 

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25.09.2021 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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