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Beste Laune bei Plug Power, Nel ASA beißt sich am Widerstand die Zähne aus, Valneva muss sich neu erfinden und Shell verzichtet auf Gas-Umlage

Was den Aktionären Hoffnung und Angst macht

NTG24 - Beste Laune bei Plug Power, Nel ASA beißt sich am Widerstand die Zähne aus, Valneva muss sich neu erfinden und Shell verzichtet auf Gas-Umlage

 

Auch wenn die Stimmung an den Börsen sich zuletzt wieder etwas aufgehellt hat, so kann die Krise noch lange nicht als überwunden angesehen werden. Es bleibt dabei, dass nur wenige Titel derzeit höher als zu Jahresbeginn notieren und zahlreiche Unsicherheiten für nervöse Anleger sorgen.

Zu den wenigen glücklichen Gewinnern im laufenden Jahr zählt derzeit Plug Power mit einem Kursplus von 13,3 Prozent seit Jahresbeginn. Allerdings sah es für den Titel noch vor wenigen Wochen vollkommen anders aus. Erst durch eine Ende Juli gestartete Rallye schafften die Bullen es, Plug Power wieder Auftrieb zu verleihen. Zuletzt gab es zusätzlichen Rückenwind durch den Inflation Reduction Act von Joe Biden.

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Werbebanner WikifolioZwar konnte der nur mit deutlich reduzierten Investments in erneuerbare Energien und speziell das Thema Wasserstoff über die Bühne gebracht werden. Dennoch erwartet man sich in der Branche viel von den neuen Milliarden und unter anderem Plug-Power-Chef Andy Marsch spricht von einer großen Chance für sein Unternehmen. Die Anleger scheinen das ähnlich einzuschätzen und zuletzt konnte Plug Power (US72919P2020) am Freitag um weitere 2,77 Prozent zulegen. Bleibt nur zu hoffen, dass die gute Laune noch etwas länger anhält.

 

Nel ASA kann nicht mithalten

 

Dank eines neuen Großauftrags erfuhr Nel ASA (NO0010081235) vor wenigen Wochen ebenfalls neuen Auftrieb, allerdings scheint hier die Euphorie schon wieder weitgehend verflogen zu sein. Den Bullen ist es zwar gelungen, die Kurse oberhalb von 1,50 Euro zu stabilisieren. Dort scheint sich aber ein Seitwärtstrend auszubilden, denn Angriffe auf Regionen oberhalb von 1,70 Euro gab es nur selten zu sehen und bisher waren jene nicht von Erfolg gekrönt.

Zum Wochenende fiel Nel ASA auf 1,58 Euro zurück und von den neuerlichen Investments in den USA erwarten die Marktakteure vor allem für US-Unternehmen Vorteile. Nel ASA steht derweil erst einmal auf eigenen Füßen, was in vielerlei Hinsicht nicht unproblematisch ist. Zwar ist das Unternehmen an sich sehr aussichtsreich, doch viele Beobachter machen sich Sorgen um das liebe Geld, da die Norweger noch immer im roten Bereich operieren.

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Es hat nicht sollen sein

 

Viele Enttäuschungen gab es in diesem Jahr für Valneva (FR0004056851) zu sehen, wo aktuell ein Kursverlust von 57 Prozent seit Beginn des Jahres zu verzeichnen ist. Die Hoffnungen auf den großen Durchbruch mit dem Corona-Totimpfstoff der Franzosen haben sich weitgehend in Luft aufgelöst. Die Zulassung liegt mittlerweile zwar vor, doch Lieferverträge sind entweder komplett geplatzt oder sie wurden drastisch reduziert. Das führt dazu, dass die Einnahmen mit dem Vakzin kaum eine Rolle spielen.

Im ersten Halbjahr setzte Valneva mit Corona-Impfstoffen gerade einmal 3,8 Millionen Euro um bei 93,2 Millionen Euro Gesamtumsatz. Auch mit den überschaubaren Bestellmengen der EU dürften die Verkäufe in diesem Bereich erstmal keinen allzu großen Posten darstellen. Da stellt sich die Frage, wie Valneva es aus der Verlustzone herausschaffen will. Hoffnungen gibt es zwar vor allem mit Blick auf einen derzeit in Entwicklung befindlichen Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus, doch selbst im besten Fall ist hier noch viel Geduld gefragt.

 

Shell ist nicht hilfebedürftig

 

Die wohl größten Gewinner im Krisenjahr 2022 sind die Aktien der Ölkonzerne. Durch die enorm gestiegenen Preise für Gas und Öl macht unter anderen Shell (GB00BP6MXD84) satte Gewinne. Durch die geplante Gasumlage könnten die Einnahmen noch mehr steigern. Mit jener soll es Unternehmen über Umwege ermöglicht werden, gestiegene Preise für den Import von Erdgas an die Verbraucher weiterzugeben.

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Werbebanner ISIN-WatchlistShell kommt aber gar nicht in die Verlegenheit, von diesem Mechanismus Gebrauch zu machen. Das Unternehmen kündigte an, sich für die Umlage gar nicht erst registriert zu haben, sodass diese letztlich auch nicht in Anspruch genommen werde. Zuvor machte bereits RWE (DE0007037129) mit der Ankündigung auf sich aufmerksam, möglicherweise auf die Gasumlage zu verzichten, wobei der Versorger im Konjunktiv sprach und sich damit eine Hintertür offenhielt. Im Falle von Shell dürfte sich am Verzicht auf die Gasumlage kaum jemand stören – zumindest, solange die Ölpreise auf hohem Niveau bleiben.

 

Unverhofft kommt oft

 

Selten zuvor gab es an den Märkten derart große Stimmungsschwankungen zu sehen wie im laufenden Jahr. Eben deshalb sind die derzeitigen Erholungen auch noch mit einer Portion Vorsicht zu genießen. Ob wir es wirklich mit einer Rückkehr des Bullenmarktes zu tun haben, wie mancher Beobachter schon spekuliert, muss sich erst noch zeigen. Sicher davon ausgehen lässt sich erst, wenn wieder mehr Titel über ihrem Niveau vom Jahresbeginn notieren. Bisher ist das aber noch eher die Ausnahme.

 

15.08.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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