
Volkswagen dominiert bei E-Autos in Europa, Tesla hat das Nachsehen, Deutsche Bank im Höhenflug und auch Siemens legt zu
Deutsche Unternehmen scheinen noch lange nicht am Ende zu sein
Seit Jahren schon wird munter gepredigt, wie angeschlagen die deutsche Wirtschaft doch wäre und dass der Untergang wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Doch während Kritik zweifellos berechtigt ist, scheint eine Deindustrialisierung oder dergleichen nicht annähernd in Sicht zu sein und an der Börse herrscht beste Laune. Der DAX konnte am Mittwoch sogar neue Rekorde erreichen.
Zu den Sorgenkindern gehört hierzulande die Autobranche und ganz besonders Volkswagen (DE0007664039). Die Absatzzahlen in China sind schwach, die Margen mau und Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Doch immerhin in Europa feiert der Autobauer Erfolge, insbesondere beim wichtigen Thema E-Autos. Um über 70 Prozent legte hier der Absatz der Kernmarke im ersten Halbjahr 2025 zu, wie der Halbjahres-Bericht darlegt.
Damit lösen sich zwar nicht alle anderen Probleme in Luft auf und Töchter wie Audi sorgen weiterhin für Enttäuschung. Mit erfolgreichen Modellen wie dem ID.7 verteidigt Volkswagen aber seinen Status als Marktführer und klettert auch bei E-Autos an die Spitze. Die Anleger reagierten darauf sichtlich erfreut und die Volkswagen-Aktie verbesserte sich im gestrigen Handel um 1,6 Prozent bis auf 92,68 Euro.
Tesla im Abwärtstrend
Überholen konnte Volkswagen Tesla (US88160R1014), wo die Absatzzahlen in Europa schon seit Monaten rückläufig sind. Die überholte Produktpalette und die fraglichen Aktivitäten von CEO Elon Musk, der jüngst den Chatbot Grok nach Anpassungen dazu brachte, sich selbst mehrfach als „MechaHitler“ zu bezeichnen, hinterlassen tiefe Spuren. Für Europa nannte das Unternehmen zuletzt gar keine konkreten Zahlen mehr. Das „Handelsblatt“ berichtet aber unter Bezug auf Daten von „Dataforce“, dass die Auslieferungszahlen von Januar bis Mai wohl um über 30 Prozent auf 76.407 Fahrzeuge zurückgingen, trotz des Facelifts für das Model Y.
Die Tendenz zeigt weiterhin nach unten, während in den USA der Wegfall von Förderungen beschlossen wurde und in China ein brutaler Preiskampf mit immer mehr Konkurrenten herrscht. Derweil scheinen die Robotaxis noch nicht für den erhofften Durchbruch sorgen zu können. In der Folge lässt der Aktienkurs weiter nach. Am Mittwoch mussten Verluste von 0,7 Prozent verzeichnet werden und zu Handelsschluss standen 295,88 US-Dollar auf der Anzeigetafel. Das sind knapp 27 Prozent weniger als zu Jahresbeginn.
Siemens blickt nach vorn
Abseits der Autobranche wollen deutsche Konzerne zusammen mit großen Investoren mit einer Initiative namens „Made for Germany“ wieder für bessere Stimmung sorgen. Investitionspläne mit einem Volumen von etwa 300 Milliarden Euro sollen die Zukunftsfähigkeit des Standorts sichern und außerdem Signale der Unterstützung in Richtung Politik aussenden. An vorderster Front tritt Siemens (DE0007236101) als Unterstützter des Ganzen auf, berichtet die „WirtschaftsWoche“.
Insidern zufolge wächst die Anzahl der beteiligten Unternehmen mit jedem Tag weiter. Auch wenn noch keine konkreten Pläne durchgesickert sind, so scheint die Aufbruchstimmung dennoch ansteckend zu wirken. Die Siemens-Aktie legte im Handel am Mittwoch kräftig zu und klettere um 3,9 Prozent bis auf 225,50 Euro. Das ist vom 52-Wochen-Hoch bei 244,85 Euro nicht allzu weit entfernt.
Kauflaune bei der Deutsche Bank-Aktie
Noch näher an vergangene Hochs rückte die Deutsche Bank (DE0005140008), deren Aktienkurs nach Aufschlägen von 3,4 Prozent bei 25,83 Euro landete. Auch das Frankfurter Geldhaus beteiligt sich wohl an „Made for Germany“ und profitiert darüber hinaus von der allgemeinen Marktstimmung. Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump scheinen kaum noch eine Wirkung zu hinterlassen, mit Ausnahme davon, dass mancher Anleger von den US-Märkten nach Europa umschichtet.
Diesen Eindruck bekommen zumindest einige Analysten und die nächste Rallye an den hiesigen Märkten scheint bereits greifbar zu sein. Zwar ist ein einzelner Handelstag stets und immer nur eine Momentaufnahme. Doch der Wind scheint sich zu drehen und Europa sowie Deutschland im Speziellen sind in keiner schlechten Ausgangslage, um vom Sorgenkind zum Shooting Star zu mutieren. In einem solchen Szenario würden sich für die Deutsche Bank freilich interessante Chancen ergeben.
Alles in Butter?
Manche Sorge der letzten Monate und Jahre schien überzogen zu sein, wenngleich Energiepreise, Inflation und Co. fraglos Eindruck hinterlassen haben. Nach allerlei Sparplänen blicken aber einige große deutsche Unternehmen wieder sehr optimistisch nach vorn und es kündigen sich Investitionen im großen Stil an. Eine bessere Ausgangslage für kaufwillige Investoren könnte es kaum geben, wenngleich unangenehme Überraschungen sich natürlich nie vollkommen ausschließen lassen.
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10.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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