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Walt Disneys Bemühungen m Streaming-Markt scheinen ein teurer Spaß zu sein, was die Anleger ins Grübeln bringt

Die Zahlen können nicht überzeugen

NTG24 - Walt Disneys Bemühungen m Streaming-Markt scheinen ein teurer Spaß zu sein, was die Anleger ins Grübeln bringt

 

Der Mediengigant Walt Disney hat in dieser Woche frische Zahlen vorgelegt. Dabei gab es durchaus die eine oder andere positive Entwicklung zu sehen. Letztlich konnten die Erwartungen der Märkte unter dem Strich aber nicht erfüllt werden, das die Aktie auf eine bittere Talfahrt geschickt hat.

Gut entwickelte sich Walt Disney (US2546871060) bei den Themenparks, die nach dem Ende der Coronabeschränkungen wieder richtig Gas geben. Beim Streaming sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Zwar konnte der Konzern für seinen Dienst Disney+ mehr neue Nutzer als prognostiziert gewinnen. 12,1 Millionen neue Abos wurden im letzten Quartal abgeschlossen gegenüber den von Analysten erwarteten 8,86 Millionen. Für einen Gewinn in diesem Sektor hat das aber noch nicht ansatzweise gereicht.

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Werbebanner EMH PM TradeIm Gegenteil, die Investitionen in das Streaming-Geschäft scheinen immer mehr aus dem Ruder zu laufen. Allein im dritten Quartal musste ein Verlust von schwindelerregenden 1,47 Milliarden USD in der Sparte verzeichnet werden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres beliefen sich die Verluste auf nicht einmal ganz die Hälfte. Insgesamt hat Disney mit seinem Streaming-Geschäft schon über acht Milliarden USD verpulvert. Ob diese Summen eines Tages auch wieder eingespielt werden können, darüber gehen die Meinungen derzeit auseinander.

Klar ist aber, dass Streaming den Konzern momentan derart belastet, dass gut laufende Geschäfte in anderen Bereichen dies nicht länger ausgleichen können. So kam es, dass Disney letztlich einen Gewinn je Aktie von nur 0,30 USD vermeldete. Das ist weniger als die 0,37 USD vor einem Jahr und empfindlich weniger als die 0,56 USD, mit denen die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten. Wenig überraschend reagierte die Disney-Aktie mit einer radikalen Verschlankungskur.

 

Die Walt Disney-Aktie im freien Fall

 

An den hiesigen Märkten kam es gestern zu einer regelrechten Anlegerflucht, durch welche die Walt Disney-Aktie um 13,3 Prozent in die Tiefe sackte. Mit nur noch 87,60 Euro erreichte das Papier den niedrigsten Stand seit dem Corona-Crash im Frühjahr 2020 und spätestens jetzt scheint es, als sei auf Anlegerseite jegliche Euphorie verflogen. Was der Konzern jetzt vorlegen muss, ist eine überzeugende Strategie, um mit seiner durchaus beachtlichen Nutzerbasis von Disney+ auch tatsächlich Geld zu verdienen.

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Manch einer fordert bereits Preiserhöhungen, da Disney im Vergleich zu Netflix und Co. noch vergleichsweise günstige Tarife fährt. Das ist aber ein zweischneidiges Schwert, ebenso wie die Aufkündigung von Kooperationen, bei denen Nutzer stark vergünstigte Abos über ihren Mobilfunkanbieter oder dergleichen erhalten. Natürlich klingt es erstmal gut, wenn Disney von einzelnen Nutzern höhere Beträge erhalten würde. Es ist aber stark anzunehmen, dass das rasante Wachstum zu nicht unwesentlichen Teilen aufgrund günstiger Angebote zustande gekommen ist. Mit unüberlegten Preiserhöhungen könnte Disney sich also selbst Steine in den Weg legen.

 

Geht da überhaupt noch was?

 

Der Elefant im Raum ist momentan aber die Frage, ob sich mit Streaming angesichts der erdrückenden Konkurrenz überhaupt noch Geld verdienen lässt. Beantwortet wird das je nach Ansichtsweise auf unterschiedliche Art. Doch die Zahlen von Disney zeigen, dass Investitionen hier wohlüberlegt sein wollen. In Zeiten steigender Zinsen gilt das wohl noch viel mehr als in früheren Tagen, als das Geld bei Investoren noch lockerer saß.

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Werbebanner ClaudemusZu hoffen ist, dass Disney mit seinen Streaming-Diensten noch einmal die Kurve bekommt und diese nicht zu einem Sorgenkind für den Medienkonzern mutieren. Derweil kamen die schlechten Zahlen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, da die Anleger durch die Midterm-Wahlen in den USA sichtlich verunsichert sind. Das dürfte die gestrige Verlustwelle bei Disney zusätzlich angeheizt haben. Bekommt der Konzern die größten Baustellen in den Griff, ist aber in Zukunft auch eine stattliche Erholung drin. Vollkommen abschreiben sollte man Disney auf keinen Fall.

 

10.11.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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