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Noch immer Zweifel bei BioNTech, Nel ASA tut sich schwer, Mercedes-Benz fehlt es unverändert an Chips und bei TUI regiert die Hoffnung

Die Börsianer bleiben nervös

NTG24 - Noch immer Zweifel bei BioNTech, Nel ASA tut sich schwer, Mercedes-Benz fehlt es unverändert an Chips und bei TUI regiert die Hoffnung

 

In der vergangenen Woche gab es so manches positives Signal zu sehen und diverse Aktien, die zuvor schwer unter Druck geraten waren, konnten sich wieder einigermaßen erholen. Dennoch sind die Unsicherheiten nicht von der Hand zu weisen, welche weiterhin die Märkte dominieren und die kommen nicht nur aus Richtung Ukraine-Krieg.

Bei BioNTech (US09075V1026) etwa machen sich viele weiterhin Gedanken darum, wie lange das Unternehmen mit Corona-Impfstoffen noch hohe Umsätze einfahren können wird. Mit steigenden Infektionszahlen in Europa fielen die Aussichten zuletzt wieder „besser“ aus (auch wenn das Wort an dieser Stelle furchtbar deplatziert wirkt), was dem Kurs der BioNTech-Aktie wieder einigermaßen auf die Sprünge half.

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Werbebanner EMH PM TradeAllerdings sehen die Analysten von Jefferies auch noch von anderer Stelle aus Gefahren auf den Impfstoffhersteller zukommen. Der US-Partner Pfizer und Moderna wurden jüngst aufgrund von angeblich verletzter Patente verklagt. Nun steht die Sorge im Raum, dass künftig Lizenzgebühren gezahlt werden müssen, was die Margen natürlich mindern könnte. Eine Entscheidung in der Sache ist allerdings noch lange nicht getroffen.

 

Nel ASA schafft den Ausbruch nicht

 

Nachgelassen hat derweil der jüngste Hype rund um Wasserstoff, was die Anteile von Nel ASA (NO0010081235) in der letzten Woche um knappe zehn Prozent in die Tiefe stürzen ließ. Damit verpassten die Bullen die Möglichkeit, den Kurs oberhalb von 1,80 Euro zu stabilisieren und damit für ein frisches Kaufsignal zu sorgen. Zum Wochenende reichte es lediglich für 1,71 Euro.

Zumindest im außerbörslichen Handel am Wochenende hat sich daran auch nicht mehr viel verändert. Bei Lang & Schwarz bewegte Nel sich am Wochenende leicht in Richtung Süden, ohne dass sich daraus nennenswerte Änderungen am Kurs ergeben hätten. Es fehlt aber offensichtlich am Willen der Käufer, hier für ein klares Signal zu sorgen. Dabei dürfte eine Rolle spielen, dass Deutschland kurzfristig eher nach alternativen Gasquellen sucht, als russisches Gas mit erneuerbaren Energien wie Wasserstoff zu ersetzen. Diesen Eindruck könnte man zumindest mit Blick auf die Bemühungen von Wirtschaftsminister Robert Habeck erhalten, neue Lieferverträge mit Qatar abzuschließen.

 

Chips bleiben Mangelware

 

Eine der größten Sorgen von Mercedes-Benz (DE0007100000) ist mittlerweile schon ein alter Bekannter an den Märkten und dabei dürfte es nach Ansicht von Experten auch erst einmal bleiben. Der Chipmangel lässt es derzeit noch immer nicht zu, dass sämtliche Fabriken ihre vollen Kapazitäten nutzen. Die Berenberg-Bank geht davon aus, dass die Knappheit noch mindestens bis ins kommende Jahr andauern wird, auch wenn die Lager sich derzeit wieder langsam zu füllen beginnen.

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Von seiner Kaufempfehlung weicht das Institut allerdings nicht ab und geht damit konform mit den optimistischen Aussichten von Goldman Sachs, wo die Aktie von Mercedes-Benz weiterhin auf der vielbeachteten „Conviction Buy List“ geführt wird. Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um Aktien, die von der US-Bank besonders nachdrücklich zum Kauf empfohlen werden. Zumindest etwas färbte das in der vergangenen Woche auf die Anleger ab und die Mercedes-Benz-Aktie konnte sich um gut vier Prozent verbessern. Mit 63,17 Euro per Wochenschluss blieb sie aber auf einem eher überschaubaren Niveau hängen.

 

Keine Lust auf Urlaub?

 

Auch bei der Aktie von TUI (DE000TUAG000) sind Zweifel dieser Tage ein ständiger Begleiter. Da wären zum einen Sorgen um explodierende Energiepreise. Weitaus mehr dürfte die Anleger aber der Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die hiesige Wirtschaft umtreiben. Es ist nicht auszuschließen, dass mit einem Krieg im Herzen Europas die Reiselust der Europäer schwer eingeschränkt wird.

Potenziell betroffen sind davon nicht nur Destinationen im schwarzen Meer, wo derzeit russische Kriegsschiffe unterwegs sind. Es könnte so ziemlich den gesamten Sektor belasten, wenn die Menschen aufgrund einer hohen Inflation und außer Kontrolle geratener Energiepreise schlicht kein Geld mehr für den großen Jahresurlaub mehr übrighaben. Vor einem Absturz konnte die TUI-Aktie bisher noch bewahrt bleiben, die Nervosität ist allerdings spürbar und seit Kriegsausbruch gab es die 3-Euro-Marke nicht mehr zu sehen.

 

Es wird nicht einfacher

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistWas all diese Beispiele zeigen, ist die weiterhin große Unsicherheit an den Märkten. Die Lage in der Ukraine ist nicht mehr ganz so dominant wie noch Ende Februar und Anfang März. Es gibt aber mehr als genug andere Krisen, welche derzeit einer schlichten Fortführung des Bullenmarktes im Wege stehen. Spontanen Erholungen ist dabei kaum zu trauen, da auf solche zuletzt stets wieder schnelle Erholungen folgten. Für den Moment kommen die Börsianer um ein erhöhtes Risiko kaum herum, und das weitgehend unabhängig von bestimmten Branchen oder Einzeltiteln.

 

21.03.2022 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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