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Plug Power: 200-Tage-Linie verletzt – Wird nun der Stecker gezogen?

Plug Power: Quartalszahlen-Publikation am 11.05. von größter Bedeutung

 

Die Aktie des Wasserstoff- und Wasserstoffzellen-Herstellers PLUG POWER (US72919P2020) unterschritt gestern am 15.04.2021 erstmalig seit über einem Jahr die längerfristig üblicherweise das wichtigste charttechnische Unterstützungsniveau markierende 200-Tage-Linie. Der Kurs stieg vor über einem Jahr auf ein Hoch bei 74 USD am 26.01.2021. Seit diesem Rekordstand korrigierte der Kurs in einem schon als Crash zu bezeichnenden Ausmaß um fast - 65 %.

 

Chart: PLUG POWER mit 200-Tage-Linie (in USD)

 

 

Der Kurs schloss gestern bei etwa 26 USD und befand sich damit um - 8 % unter dem Eröffnungspreis. Das Tagestief von 25 USD wurde gestern etwa um 19 Uhr MESZ gestern erreicht. Heute konnte die Plug Power wieder etwas steigen und weist aktuell ein Kursplus von 3 % auf.

Für den vor allem seit 10.02. schlagartig eingeleiteten Korrekturstrudel der Aktie lassen sich mehrere Gründe ausmachen.

Einerseits die ständig wiederholten und damit das Anlegersentiment stetig verschlechternden Hinweise in den US-amerikanischen Finanzmedien auf die ablaufende Deadline (7. Mai) der Sammelklage (class action lawsuit) gegen Plug Power von Anfang März. Hierin werden Investoren vertreten, die im Zeitraum vom 9.11.2020 bis zum 1.03.2021 Aktien von Plug Power gekauft haben. Um sich dieser Sammelklage anschließen zu können, werden von vielen Kanzleien in ihrem naturgemäßen eigenen Profitstreben nach dem Kurssturz von Plug Power teilweise 6-stellige oder sogar noch höhere Verlustnachweise von den Anlegern gefordert, d.h. im Fall des zurückliegenden Plug Power-Kurssturzes dürfte diese Sammelklage recht stark von geschädigten Großanlegern dominiert werden, was deren Erfolgschancen aus unserer Sicht eher noch steigen lässt. Ein wesentlicher inhaltlicher Punkt dieser Klage liegt dabei vor allem darin, dass Plug Power versäumt habe, den Jahresbericht für 2020 fristgerecht zu veröffentlichen.

In diesen Zusammenhang stehen auch rückwirkend notwendig gewordene Korrekturen ihrer Quartalsbilanzen, welche maßgeblich für die verzögerte Erstellung und Publikation des Jahresabschlusses ursächlich gewesen sein dürften. Ferner werden z.B. in einem Pressestatement der Kanzlei Glancy Prongay & Murray und auch durch weitere Anwaltsvertreter im Rahmen dieser notwendigen Bilanzanpassungen oder auch noch darüber hinaus folgende weitere schwerwiegende Vorwürfe gegen Plug Power erhoben: Irreführende oder nachweislich falsche Aussagen sowie das Verschweigen von nachteiligen Fakten im Zusammenhang mit dem Unternehmen, seiner Geschäftstätigkeit und seinen Zukunftsaussichten.

Auch wenn diese Ungereimtheiten noch längst keine vorsätzlichen Bilanzfälschungen darstellen müssen, sondern durchaus auch auf reine Buchhaltungsfehler bzw. -ungenauigkeiten zurückzuführen sein können, so sind diese doch fraglos mit einem erheblichen Vertrauensverlust von Anlegern und Analysten in die Kompetenz und Seriosität des Unternehmens verbunden. Bereits am 17.03. kommentierten wir die Pressemitteilung über diese Bilanzkorrekturen. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Andererseits spielte in den letzten Tagen unzweifelhaft auch die Herabstufung der Bewertung durch Morgan Stanley von „Übergewichten“ auf „Gleichgewichten“ unter Absenkung des Kursziels in der Plug Power-Aktie auf nur noch 35 USD eine maßgebliche Rolle in der ungebremsten Fortsetzung der Aktienkorrektur, von der wir hier berichteten. Und diese Bewertungsanpassung war auch jüngst bei weitem nicht die Einzige. So korrigierten unter anderem auch Piper Sandler und die JPMorgan Chase & Co. ihre Bewertungseinschätzungen und Aktienkursziele nach unten. Auch dies belegt die mittlerweile zunehmend um sich greifende Zurückhaltung der Analysten gegenüber der Aktie von Plug Power.

Auf die kaum vermeidliche, fundamentalanalytisch weiterhin längst nicht ausgestandene Korrektur der Plug Power-Aktie und ihre immens hohe Bewertung mit dem 43-Fachen im Verhältnis zum erwarteten Umsatz, von ihrem negativen KGV ganz zu schweigen, wiesen wir letztmals am 19.03. hin, verbunden mit einem seitherigen weiteren Kursrückgang um über - 20 %.

Bereits am 08.01. stellten wir jedoch einen unmittelbar drohenden bewertungsbedingten Aktiencrash in der Plug Power-Aktie stark in Aussicht. Selbst wenn wir mit dieser Einschätzung noch rd. 1 Monat zu früh gelegen haben, so hätte ein Anleger, der dieser Analyse sofort oder erst recht in den Folgetagen mit einem Aktienverkauf gefolgt wäre, aber bis heute dennoch einen Kursverlust um mindestens ca. - 50 % (in USD) vermeiden können.

Des Weiteren kommentierten wir zurückliegend auch die Vorlage der wahrlich unterirdisch schlechten Quartalszahlen von Plug Power zum 4. Quartal 2020 am 26.02.2021, die nicht nur eine weit stärkere Nettoverlustausweitung gegenüber dem Vorjahr signalisierten, als zuvor allgemein erwartet, sondern sogar auf dem bislang wohl einmaligen Desaster eines negativen Umsatzausweises über - 316 Mio. USD basierten. Dieser trat ein, nachdem im 4. Quartal massive „nicht liquiditätswirksame“ von Kunden geltend gemachter Garantiezusagen über 456 Mio. USD anfielen, die nach den „Generally Accepted Accounting Principles“ (GAAP) als negative Umsätze zu deklarieren bzw. von effektiven positiven Nettoumsätzen abzuziehen sind.

Die Details hierzu können Sie auch folgendem Bericht entnehmen.

Fazit: Einem Investment in die Plug Power-Aktie stehen wir aufgrund der geschilderten zurückliegenden, nahezu durchweg negativen Nachrichtenlage um den Konzern wie auch der aus unserer Sicht weiterhin absurd hohen Aktienbewertung (2022e: Kurs-Umsatz-Verhältnis rd. 21; KGV ca. - 169) unverändert ablehnend gegenüber.

Ebenso ist auch die am 15.04. eingetretene Verletzung der 200 Tage-Linie als ein charttechnisch klar negatives Signal zu werten, auch wenn die Aktie an diesem Tag mit ihrem Tiefstand bei rd. 25 USD mit einem gehörigen Maß an optimistischer Hoffnung nun unmittelbar an ihrer im Juni 2020 etablierteren, stark abgeflachten Aufwärtstrendunterstützung angekommen sein könnte.

Selbst (hoch) spekulativ eingestellten Anlegern raten wir daher, vor einem etwaigen, charttechnisch aktuell möglicherweise als noch so verlockend angesehenen Neueinstieg in die Aktie die am 11.05. anstehende Zahlenpublikation zum 1. Quartal 2021 abzuwarten, bevor eine weit verlässlichere Aussage über die tatsächliche Belastbarkeit der jetzt im Tief erreichten 25 USD-Marke getroffen werden kann und damit ein Aktieninvestment weit berechenbarer wird.

Darüber hinaus könnten künftig wieder positivere Nachrichtenentwicklungen rund um Plug Power unseres Erachtens erst dann wieder eine Kaufüberlegung wert sein, wenn zeitgleich der anhaltende Elektromobilitätsboom, dem sich zunehmend auch traditionelle Hersteller wie VW, BMW und Daimler anschließen, tatsächlich auch hinreichende und rasche Synergie- sowie Profitabilitätssteigerungseffekte für die Wasserstofftechnologien von Plug Power versprechen würde.

 

16.04.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de & Nils Schilling - ns@ntg24.de

 









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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Thomps - 18.04.2021 09:12:22 Uhr

    Nur alles schön Schlechtreden!


 

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